Nahrungsmittel, Gesellschaft

UN: Zahl Hungernder weltweit steigt auf 735 Millionen

12.07.2023 - 18:16:50

Die Zahl Hungerleidender weltweit ist im Jahr 2022 im Vergleich zu 2019 um rund 122 Millionen auf etwa 735 Millionen Menschen gestiegen.

Das geht aus dem WelternĂ€hrungsbericht der Vereinten Nationen hervor. Die fĂŒnf zustĂ€ndigen UN-Organisationen warnen, dass das Entwicklungsziel, den Hunger bis 2030 zu beenden, nicht erreicht wird, wenn der Trend so bleibt, wie er ist.

"Es gibt Lichtblicke: Einige Regionen sind auf dem Weg, einige ErnĂ€hrungsziele fĂŒr 2030 zu erreichen", sagte UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres anlĂ€sslich der Vorstellung des Berichts. "Aber im Großen und Ganzen brauchen wir eine intensive und sofortige globale Anstrengung, um die Ziele fĂŒr nachhaltige Entwicklung zu retten. Wir mĂŒssen die WiderstandsfĂ€higkeit gegen die Krisen und Schocks stĂ€rken, die zu ErnĂ€hrungsunsicherheit fĂŒhren - von Konflikten bis hin zum Klima." Qu Dongyu, Generaldirektor der ErnĂ€hrungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, ergĂ€nzte, dass die Erholung von der Pandemie ungleichmĂ€ĂŸig verlaufen sei, und der Krieg in der Ukraine die Versorgung mit nahrhaften Lebensmitteln und gesunder ErnĂ€hrung beeintrĂ€chtigt habe. "Dies ist die `neue NormalitĂ€t`, in der Klimawandel, Konflikte und wirtschaftliche InstabilitĂ€t die Menschen am Rande der Gesellschaft noch weiter von Sicherheit wegdrĂ€ngen. Wir können nicht so weitermachen wie bisher." Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (GrĂŒne) sagte, der Hunger sei dort am grĂ¶ĂŸten, "wo die Klimakrise bereits heute ungebremst zuschlĂ€gt - und Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die Hungersnot noch verschĂ€rft". In der Ukraine könnten Bauern ihre Felder nicht bestellen und so Getreide fĂŒr die WeltmĂ€rkte produzieren. "Das hat etwa in Afrika und auch in Asien verheerende Folgen", so Özdemir. "Russlands Taktieren rund um das Schwarzmeer-Abkommen verschĂ€rft die weltweite ErnĂ€hrungssituation zudem erheblich. Es muss ein Ende haben, dass Hunger als Waffe eingesetzt wird." Hinsichtlich der globalen Entwicklungsziele sagte er: "Die Weltgemeinschaft hat in der Agenda 2030 das Versprechen abgegeben, den Hunger und die FehlernĂ€hrung weltweit zu beenden. Bis dahin sind es gerade noch acht Ernten." HumanitĂ€re Hilfe sei essenziell, um Menschenleben zu retten. aber nur kurzfristige Hilfe allein löse das Problem nicht. "Wir mĂŒssen weg vom kurzfristigen Krisenhopping, unsere UnterstĂŒtzung muss langfristig wirken. Deshalb mĂŒssen wir die landwirtschaftliche Entwicklung weltweit und nachhaltig stĂ€rken, wir brauchen einen Fokus auf langfristige Lösungen, eine grundlegende Transformation der Agrar- und ErnĂ€hrungssysteme", so der Landwirtschaftsminister. "Getreidesilos bauen statt GetreidesĂ€cke schicken - darum muss es gehen. Damit jeder Mensch Zugang zu angemessener Nahrung hat und ein selbstbestimmtes Leben in WĂŒrde leben kann."

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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