Afghanen, Aufnahmezusage

Afghanen mit Aufnahmezusage auf dem Weg nach Deutschland

16.04.2025 - 12:40:06 | dpa.de

Die zugesagten Aufnahmen von Afghaninnen und Afghanen werden fortgesetzt. Ein weiteres Flugzeug ist auf dem Weg nach Deutschland. Aus der Union kommt im Vorfeld Kritik.

Afghanen, die in Islamabad auf eine Weiterreise nach Deutschland warten, befĂŒrchten, im Zuge der aktuellen Abschiebungswelle von Pakistan nach Afghanistan abgeschoben zu werden. (Archivfoto) - Foto: Nabila Lalee/dpa
Afghanen, die in Islamabad auf eine Weiterreise nach Deutschland warten, befĂŒrchten, im Zuge der aktuellen Abschiebungswelle von Pakistan nach Afghanistan abgeschoben zu werden. (Archivfoto) - Foto: Nabila Lalee/dpa

Ein von der Bundesregierung gechartertes Flugzeug mit Afghaninnen und Afghanen an Bord ist von Islamabad auf dem Weg nach Deutschland. Es handele sich bei den Passagieren um Menschen aus verschiedenen Programmen, die eine rechtsverbindliche Aufnahmezusage erhalten hÀtten, erklÀrte ein Sprecher des AuswÀrtigen Amts in Berlin. Das Flugzeug wird im Laufe des Tages in Leipzig erwartet. Nach Auskunft des niedersÀchsischen Innenministeriums sollen die Passagiere zunÀchst in das Grenzdurchgangslager Friedland gebracht und von dort nach zwei Wochen an die LÀnder verteilt werden. 

Rund 2.600 besonders gefĂ€hrdete Menschen aus Afghanistan warten nach Angaben des AuswĂ€rtigen Amts derzeit in Pakistan auf ihre Aufnahme in Deutschland. Neben frĂŒheren OrtskrĂ€ften deutscher Institutionen und ihren Angehörigen sollen auch Afghanen aufgenommen werden, die Verfolgung durch die islamistischen Taliban fĂŒrchten mĂŒssen, etwa weil sie sich in der Vergangenheit als AnwĂ€lte oder Journalistinnen fĂŒr Menschenrechte eingesetzt haben.

Union will freiwillige Bundesaufnahmeprogramme stoppen

Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD heißt es: «Wir werden freiwillige Bundesaufnahmeprogramme so weit wie möglich beenden (zum Beispiel Afghanistan) und keine neuen Programme auflegen.» Politiker der Union haben empört auf die noch fĂŒr April geplanten FlĂŒge reagiert. 

Abschiebungen aus Pakistan

Afghanen, die in Islamabad im Rahmen der verschiedenen Aufnahmeprogramme noch auf ihre Ausreise warten, könnten bald erheblich unter Druck geraten. Pakistan hat Anfang April mit einer neuen Abschiebewelle von afghanischen GeflĂŒchteten begonnen und will langfristig drei Millionen Afghanen und Afghaninnen ausweisen. Der pakistanische Staatsminister fĂŒr Inneres, Talal Chaudhry, teilte kĂŒrzlich mit, dass die Abschiebungen ab Mai auch jene Afghanen treffen wĂŒrden, die in Pakistan auf eine Ausreise in westliche LĂ€nder warteten. 

Bereits jetzt berichten in Islamabad wartende Afghanen von zunehmend schwierigen Bedingungen. Demnach mĂŒssen Familien nicht selten viele Monate in den fĂŒr das Bundesaufnahmeprogramm angemieteten GĂ€stehĂ€usern verbringen, manche sogar weit mehr als ein Jahr. Gleichzeitig bestĂ€nden die pakistanischen Behörden inzwischen auf einer monatlichen Erneuerung ihrer Visa. Um regelmĂ€ĂŸig fĂŒr die hohen GebĂŒhren aufzukommen, verschuldeten sich viele Familien bei Verwandten oder mĂŒssten ihren Besitz in ihrer Heimat verkaufen, womit sie im Falle einer Ablehnung mittellos dastĂŒnden. 

Auf die Frage, ob Afghanen mit Aufnahmezusage aus Deutschland von drohenden Abschiebungen betroffen seien, sagte der Sprecher des AuswĂ€rtigen Amts: «Wir stehen da in enger Abstimmung und engem Kontakt mit den pakistanischen Behörden und setzen uns fĂŒr die Menschen, die eine verbindliche Aufnahmezusage haben, ein.»

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