DIW lobt Rentenpaket als guten Schritt
06.03.2024 - 07:00:18
"Es ist allerdings noch unzureichend, um den Anstieg der Altersarmut zu stoppen", sagte Fratzscher der "Rheinischen Post".
"Die Stabilisierung des Rentenniveaus bei 48 Prozent ist die richtige PrioritĂ€t. Die Erhöhung der BeitragssĂ€tze bedeutet eine erhebliche Mehrbelastung fĂŒr Unternehmen und BeschĂ€ftigte, sollte aber fĂŒr die meisten verkraftbar sein", sagte der Chef des Deutschen Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung (DIW).
"Die Koppelung der gesetzlichen Rente an die Entwicklung der Löhne - und nicht lediglich die Inflation - ist ein positives Element des Rentenpakets. Die Entscheidung, das Renteneintrittsalter nicht weiter zu erhöhen, ist nachvollziehbar. Allerdings muss das Renteneintrittsalter dringend flexibler werden, um mehr Menschen eine lÀngere TÀtigkeit zu ermöglichen, das Rentensystem zu entlasten und das FachkrÀfteproblem etwas zu lindern", so der DIW-PrÀsident.
"Die gröĂte SchwĂ€che des Rentenpakets ist die unzureichende Absicherung gegen Altersarmut. Das Rentenpaket ist eine verpasste Chance, um die Grundrente zu stĂ€rken und auszuweiten", fĂŒgte Fratzscher hinzu.
Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael HĂŒther, stellt unterdessen die Vorausberechnungen der Bundesregierung zur Finanzierung des Rentenniveaus infrage.
"Im Jahr 2035 brĂ€uchte es bei einer Netto-Rendite - nach Abzug der Kreditkosten - des Generationenkapitals von drei Prozent 223 Milliarden Euro, um den von der Regierung prognostizierten Beitragssatz von gut 22 Prozent zu erreichen", sagte HĂŒther der "Rheinischen Post". "Dabei ist die Nettorendite von drei Prozent auĂerordentlich ambitioniert", sagte der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). "In diesem Jahr soll die Stiftung Generationenkapital 12,5 Milliarden Euro erhalten, bei gleichen Raten dann wĂ€ren 2035 gerade mal 177 Milliarden Euro im Depot", so HĂŒther.


