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Katholische Kirche: Vier Bischöfe boykottieren neues Gremium

10.11.2023 - 15:50:06

Dreieinhalb Jahre lang haben die deutschen Katholiken versucht, ihre Kirche zu reformieren. Eines der Hauptergebnisse soll der Synodale Rat sein. Doch vier konservative Bischöfe boykottieren den Prozess.

Ein neues Mitbestimmungsgremium der katholischen Kirche, der Synodale Ausschuss, ist erstmals in Essen zusammengetreten. Vier konservative Bischöfe um den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki boykottierten die zweitÀgige Arbeitssitzung jedoch durch Fernbleiben.

Im MĂ€rz hatten die deutschen Katholiken ihren dreieinhalbjĂ€hrigen Reformprozess Synodaler Weg vorerst abgeschlossen. Eines der wichtigsten Ergebnisse war, dass die SynodalitĂ€t - das gemeinsame Beraten und Entscheiden - weitergehen soll. Der Synodale Ausschuss soll in den nĂ€chsten drei Jahren klĂ€ren, wie das aussehen könnte. Danach soll ein Synodaler Rat entstehen, in dem Laien - Nicht-Kleriker - permanent gleichberechtigt mitentscheiden. Der Vatikan hat bereits klargemacht, dass er ein solches Gremium kritisch sieht. Darauf berufen sich auch die vier Bischöfe, die sich dem Synodalen Ausschuss verweigern. Außer Woelki sind dies Gregor Maria Hanke aus EichstĂ€tt, Stefan Oster aus Passau und Rudolf Voderholzer aus Regensburg. Die große Mehrheit der Bischofskonferenz steht jedoch dahinter.

«Vier Verweigerer fĂŒgen Kirche unabsehbaren Schaden zu»

Mitglieder des Synodalen Ausschusses sind die insgesamt 27 Diözesanbischöfe, 27 Delegierte des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) sowie 20 Personen, die in den Ausschuss gewÀhlt worden sind. «Mit dem Synodalen Ausschuss beginnen wir eine nÀchste Phase des Synodalen Weges», sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg BÀtzing.

Die Reformbewegung «Wir sind Kirche» warf den vier Verweigerern vor, ihren BistĂŒmern wie auch der gesamten katholischen Kirche in Deutschland «unabsehbaren Schaden» zuzufĂŒgen. Die vier Bischöfe wĂŒrden sich auf den Vatikan berufen, doch habe die Weltsynode im Oktober gezeigt, dass auch Rom auf SynodalitĂ€t setze. Auch BĂ€tzing und die ZdK-PrĂ€sidentin Irme Stetter-Karp betonten am Freitag in ihren Reden die enge Verbindung zur Weltkirche und NĂ€he zur Weltsynode, die nĂ€chstes Jahr fortgesetzt wird.

Die erste Sitzung des Synodalen Ausschusses fand hinter verschlossenen TĂŒren statt. Zur BegrĂŒndung hieß es, die Mitglieder mĂŒssten sich zunĂ€chst einmal ĂŒber das kĂŒnftige Vorgehen einig werden. Außerdem wĂŒrden zunĂ€chst einmal nur Satzungs- und GeschĂ€ftsordnungsfragen besprochen.

@ dpa.de