Drohnenregiment der Bundeswehr: Freuding nennt Ziel fĂŒr volle Einsatzbereitschaft 2029
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 10:06 Uhr | dpa, AD HOC NEWSHeeresinspekteur Christian Freuding will das neue Drohnenregiment der Bundeswehr bis 2029 voll einsatzbereit haben.
FĂŒnf oder sechs spezialisierte Kompanien
Der vollstĂ€ndig auf unbemannte Systeme ausgerichtete Verband solle aus fĂŒnf oder sechs Kompanien mit unterschiedlichen FĂ€higkeiten bestehen, sagte der Generalleutnant der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Eine Kompanie soll Gegner auf kurze Distanz bekĂ€mpfen können.
Vorgesehen ist auĂerdem eine Kompanie fĂŒr den Waffeneinsatz ĂŒber Entfernungen von mehr als 500 Kilometern, abhĂ€ngig von den verfĂŒgbaren technologischen Möglichkeiten. Hinzu kommen eine Kompanie fĂŒr elektronische KampffĂŒhrung und eine Einheit zur Drohnenabwehr.
Eigene Einheit fĂŒr Tests und Weiterentwicklung
Freuding will zudem eine Test- und Versuchskompanie in den Strukturen des Regiments verankern. Damit sollen Weiterentwicklung, Erprobung und Einsatz aus einer Hand gesteuert werden.
Unbemannte Systeme könnten nach EinschĂ€tzung des Heeresinspekteurs tief in die Strukturen einzelner Truppengattungen integriert oder in einer selbststĂ€ndigen Einheit gebĂŒndelt werden. Die Bundeswehr habe sich entschieden, auch den Weg eines eigenstĂ€ndigen Regiments zu verfolgen.
Erste EinsatzfÀhigkeit ab 2027
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte die Aufstellung des neuen Verbandes am Vortag auf dem niedersĂ€chsischen TruppenĂŒbungsplatz Bergen angekĂŒndigt. Die sogenannte ErstbefĂ€higung zum Einsatz soll 2027 mit ungefĂ€hr 350 Soldatinnen und Soldaten erreicht werden.
AnschlieĂend soll der Verband auf 600 Soldatinnen und Soldaten anwachsen. Das Regiment bĂŒndelt damit FĂ€higkeiten fĂŒr den Einsatz und die Abwehr unbemannter Systeme in einer eigenstĂ€ndigen militĂ€rischen Struktur.
Lehren aus dem Krieg in der Ukraine
Die Entscheidung fĂŒr ein eigenes Drohnenregiment folgt einer Entwicklung, die den modernen Landkrieg stark verĂ€ndert hat. Unbemannte Systeme ĂŒbernehmen AufklĂ€rung, Zielsuche, elektronische Störung und zunehmend auch den direkten Waffeneinsatz. Zugleich bleibt die Bundeswehr dabei, DrohnenfĂ€higkeiten zusĂ€tzlich in bestehende VerbĂ€nde wie Panzer-, JĂ€ger- und AufklĂ€rungstruppen zu integrieren.
Das geplante Regiment soll deshalb nicht nur FluggerĂ€te betreiben. Vorgesehen sind auch FĂ€higkeiten zur Abwehr gegnerischer Drohnen, zur elektronischen KampffĂŒhrung und zum Einsatz unbemannter Landsysteme. Die Kombination aus kurzer Reichweite und möglichen Systemen bis ĂŒber 500 Kilometer verbindet unmittelbare UnterstĂŒtzung der Truppe mit weitreichender Wirkung.
Tempo als entscheidender Faktor
Die ErstbefĂ€higung mit rund 350 Soldatinnen und Soldaten im Jahr 2027 markiert den schnellen Einstieg; bis 2029 soll der Verband vollstĂ€ndig einsatzbereit sein und auf 600 KrĂ€fte anwachsen. Eine eigene Test- und Versuchskompanie soll dabei helfen, technische Entwicklungen rascher zu prĂŒfen und in den militĂ€rischen Betrieb zu ĂŒberfĂŒhren. FĂŒr die Bundeswehr bedeutet das einen organisatorischen Schwerpunkt auf Innovation, Ausbildung und der Vernetzung verschiedener Systeme.
FĂŒr die Truppe wird entscheidend sein, ob Personal, geeignete Standorte, verfĂŒgbare Technik und sichere Kommunikationswege im vorgesehenen Zeitplan zusammenkommen. FĂŒr die Landes- und BĂŒndnisverteidigung kann ein solcher Verband vor allem dort Bedeutung gewinnen, wo Drohnenabwehr und elektronische KampffĂŒhrung mit klassischen LandstreitkrĂ€ften verbunden werden mĂŒssen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: âBundeswehr reagiert mit erstem Drohnenregiment auf Ukraine-Kriegâ (01.10.2026)
Der Bericht ordne die Aufstellung als Konsequenz aus dem Ukraine-Krieg ein und bestÀtige die geplante ZielstÀrke von 600 Soldatinnen und Soldaten. Einen zusÀtzlichen Schwerpunkt setze er auf die weiterhin geplante Integration unbemannter Systeme in bestehende Truppengattungen sowie auf die noch offene Standortfrage.
MDR: âBundeswehr stellt erstes Drohnenregiment auf: Pistorius zieht Lehren aus dem Ukraine-Kriegâ (02.10.2026)
Das MDR beschreibe neben fliegenden Drohnen auch ferngesteuerte Fahrzeuge und Roboter als mögliche Ziele des neuen Verbandes. Der Bericht hebe auĂerdem die geplante Kompanie fĂŒr den elektromagnetischen Kampf und die EinfĂŒhrung von Loitering-Munition hervor, wĂ€hrend die dpa-Meldung stĂ€rker die innere Gliederung des Regiments darstelle.
Beide Berichte bestĂ€tigten den Aufbau im Jahr 2027 und die ZielgröĂe von bis zu 600 KrĂ€ften; offen bleibe insbesondere, wo der Verband stationiert werde und wie die technologischen FĂ€higkeiten bis zur vollstĂ€ndigen Einsatzbereitschaft 2029 umgesetzt wĂŒrden.
