Ehepaar verklagt AuswÀrtiges Amt wegen Gaza-Ausreise
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 06:53 Uhr | dts-nachrichtenagentur.deDie palĂ€stinensische Ehefrau sitzt demnach seit dem Ăberfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 im Gazastreifen fest. Um ein Visum zu beantragen, mĂŒsste sie nach Kairo ausreisen. Dort muss sie persönlich bei der Deutschen Botschaft einen Antrag auf Familiennachzug stellen. FĂŒr die Ausreise nach Ăgypten fehlt seit zweieinhalb Jahren die UnterstĂŒtzung Deutschlands. Diese soll nun auf dem Klageweg erreicht werden. Ein Termin fĂŒr die Verhandlung vor dem Berliner Verwaltungsgericht steht noch nicht fest.
Das AuĂenministerium beruft sich bei FĂ€llen wie diesem auf das Konsulargesetz, das eine Evakuierung von allein reisenden Nicht-Deutschen aus Krisengebieten nicht vorsehe. Auf Anfrage des RBB Recherche teilte das AuĂenministerium mit: "SĂ€mtliche Ausreisen aus Gaza bedĂŒrfen entsprechender Ausreisegenehmigungen durch israelische Stellen."
Die israelischen Behörden stehen nach eigener Aussage einem Ehegattennachzug nach Deutschland nicht im Wege. Sie verlangen lediglich eine Zusage, dass Deutschland bereit ist, ein Visum zu erteilen. Eine Sprecherin der israelischen Botschaft in Berlin schreibt, die zustĂ€ndige Behörde COGAT (Coordination of Government Activities in the Territories) "ermöglicht und erleichtert (...) die Ausreise von Bewohnern des Gazastreifens ĂŒber Israel in AufnahmelĂ€nder weltweit." Dazu bedĂŒrfe es "eines offiziellen Ersuchens eines Aufnahmelandes" und einer SicherheitsĂŒberprĂŒfung. Weiter heiĂt es: "Stand heute wurde von keinem europĂ€ischen Land, einschlieĂlich Deutschland, ein Antrag auf Ausreise eines Einwohners aus Gaza gestellt, um ein Visum zu beantragen."
Kritik an der Haltung des AuswĂ€rtigen Amtes kommt von den auĂenpolitischen Sprechern der Linken- und GrĂŒnen-Bundestagsfraktionen. Clara BĂŒnger von der Linken sagte, der deutsche Staat mĂŒsse "schnell und unbĂŒrokratisch" einen Familiennachzug nach Deutschland ermöglichen. Stattdessen stoĂe das AuswĂ€rtige Amt die Betroffenen mit seiner Verfahrensweise vor den Kopf. Auch die GrĂŒnen-AuĂenpolitikerin Luise Amtsberg kritisiert die "bĂŒrokratische Starrheit des AuswĂ€rtigen Amtes" und fordert Verhandlungen mit Israel und Ăgypten zur Lösung solcher FĂ€lle.
JĂŒrgen Hardt von der CDU/CSU-Fraktion will sich zu laufenden Verfahren grundsĂ€tzlich nicht Ă€uĂern, eine Stellungnahme der SPD lag zunĂ€chst nicht vor. UnterstĂŒtzung erfĂ€hrt die Haltung des AuswĂ€rtigen Amtes vonseiten der AfD. Deren auĂenpolitischer Sprecher Markus Frohnmeier sagte dem RBB, dass das Ministerium korrekt handele. Das Grundrecht auf Ehegattennachzug mĂŒsse nach AfD-Auffassung darĂŒber hinaus "angepasst und flexibilisiert" werden, um "Massenmigration" zu beschrĂ€nken.
