Biden erwartet Steinmeier zu GesprĂ€ch im WeiĂen Haus
06.10.2023 - 04:06:08US-PrĂ€sident Joe Biden erwartet BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier heute zu einem GesprĂ€ch im WeiĂen Haus. Die Reise nach Washington kommt ĂŒberraschend, denn am Donnerstag hielt sich Steinmeier noch in Kap Verde auf, wo er gerade einen zweitĂ€gigen Staatsbesuch absolviert hatte.
Von dort wollte er eigentlich nach Portugal weiterfliegen, um in Porto an einem Treffen nicht-exekutiver StaatsprÀsidenten der EuropÀischen Union teilzunehmen. Nun aber kam ihm eine Einladung des US-PrÀsidenten dazwischen. Es ist das erste Treffen der beiden als StaatsoberhÀupter und findet am Abend deutscher Zeit statt.
Als offiziellen Anlass fĂŒr den Besuch nannte das WeiĂe Haus den Tag der deutsch-amerikanischen Freundschaft. In den USA wird am 6. Oktober der German-American-Day gefeiert. Er erinnert an die Ankunft erster deutscher Siedler in Philadelphia im Jahr 1683. In der TerminĂŒbersicht des US-PrĂ€sidenten fĂŒr heute war ein bisschen salopp davon die Rede, dass Steinmeier am Nachmittag kurz im WeiĂen Haus «vorbeischauen» werde.
Themen des Treffens
In einer knappen Mitteilung teilte das WeiĂe Haus zuvor mit, man wolle «die engen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland bekrĂ€ftigen». Dabei gehe es auch um eine «enge Abstimmung als Nato-BĂŒndnispartner in einer Reihe von wichtigen Fragen». Als Beispiele nannte das WeiĂe Haus die Verteidigung demokratischer Werte und die «gemeinsame Verpflichtung, die Ukraine bei der Verteidigung gegen die russische Invasion zu unterstĂŒtzen».
Die weitere UnterstĂŒtzung der Ukraine dĂŒrfte wichtigstes Thema des Treffens werden. Deutschland und die USA wollen dem angegriffenen Land so lange wie nötig helfen. Aber Biden hat ein Problem: In dem am Wochenende vom US-Kongress verabschiedeten Ăbergangshaushalt sind keine weiteren Hilfen fĂŒr die Ukraine vorgesehen. Das heiĂt zwar nicht, dass die USA ihre UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine von jetzt auf gleich einstellen. Aber das bisher genehmigte Geld geht zur Neige, neue Mittel mĂŒssen her. Und der US-PrĂ€sident bemĂŒht sich, bei Nato-VerbĂŒndeten und Partnern Sorgen zu zerstreuen, dass die US-MilitĂ€rhilfe fĂŒr Kiew versiegen könnte.
Als BundesprÀsident noch nicht in Washington
Steinmeier war als BundesprĂ€sident mehrfach in den USA gewesen, hatte aber in der Amtszeit von US-PrĂ€sident Donald Trump immer einen Bogen um Washington gemacht. Das VerhĂ€ltnis zwischen beiden Politikern galt als angespannt, seitdem Steinmeier im August 2016 noch als AuĂenminister im US-Wahlkampf Trump einen «Hassprediger» genannt hatte. Trumps «America-first»-Politik, die oft einer regelbasierten internationalen Ordnung zuwiderlief, wurde von Steinmeier vehement abgelehnt.
Steinmeier wollte die Reise nach Washington in der Nacht mit seinem engsten Mitarbeiterkreis von Kap Verde aus antreten. Dazu war eine kleinere Maschine der Flugbereitschaft der Bundeswehr in die Inselrepublik gekommen. Das gröĂere Flugzeug, mit dem Steinmeier dorthin geflogen war, brachte die restliche Delegation nach Deutschland zurĂŒck.


