TerrorverdĂ€chtiger von Hof saĂ in Ăsterreich in Haft
17.09.2024 - 04:05:36Der wegen mutmaĂlicher AnschlagsplĂ€ne auf Bundeswehrsoldaten in Oberfranken festgenommene VerdĂ€chtige hat in Ăsterreich mehrere Monate im GefĂ€ngnis gesessen. Der 27 Jahre alte Syrer sei am Landgericht Eisenstadt im österreichischen Burgenland wegen Schleusung zu einer Freiheitsstrafe von 19 Monaten verurteilt worden, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft MĂŒnchen der Deutschen Presse-Agentur. Nach der Verurteilung Anfang August 2018 sei der Mann Ende April 2019 wieder entlassen, die Reststrafe dann zur BewĂ€hrung ausgesetzt worden. Der Strafrest sei durch das österreichische Gericht am 18. November 2022 erlassen worden.
Und auch in Deutschland war der Mann neuen Angaben zufolge schon straffÀllig: Er war wegen unerlaubten Besitzes von BetÀubungsmitteln und vorsÀtzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu einer Geldstrafe verurteilt worden.
Nach der Festnahme am Donnerstag hatten die Ermittler zunÀchst mitgeteilt, dass der Mann in Deutschland nicht vorbestraft gewesen sei. Allerdings wurden aus der AuslÀnderakte ersichtlich, dass er Mann nicht nur unter seinem tatsÀchlichen, sondern noch unter drei weiteren Alias-Familiennamen in Erscheinung getreten war. Eine erneute Abfrage ergab dann den entsprechenden Eintrag im Bundeszentralregister, wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte.
Abschiebung war nicht geplant
Der Syrer war nach Angaben der Ermittler vor zehn Jahren nach Deutschland eingereist. Er genieĂe sogenannten subsidiĂ€ren Schutz. Dieser eingeschrĂ€nkte Schutz gilt fĂŒr Menschen, die nicht als individuell verfolgte FlĂŒchtlinge anerkannt werden, aber stichhaltige GrĂŒnde liefern, warum ihnen bei einer RĂŒckkehr in ihr Herkunftsland ernsthafte SchĂ€den â etwa durch BĂŒrgerkrieg â drohen. Eine Abschiebung war den Angaben zufolge nicht geplant.
Der 27-JĂ€hrige sitzt inzwischen in Untersuchungshaft, weil er sich zwei Macheten beschafft haben soll, um möglichst viele Bundeswehr-Soldaten wĂ€hrend deren Mittagspause in der Innenstadt von Hof in Oberfranken zu töten. «Nach derzeitigen Erkenntnissen bestand fĂŒr die Bevölkerung keine unmittelbar bevorstehende Gefahr», teilte die Generalstaatsanwaltschaft am Dienstag mit.Â
Zeugenhinweis brachte Ermittler auf die Spur
Die Ermittler gingen davon aus, dass der 27-jÀhrige AnhÀnger einer radikal-islamischen Ideologie ist. Mit dem Anschlag habe er die Bevölkerung verunsichern und Aufsehen erregen wollen. Er werde der Vorbereitung einer schweren staatsgefÀhrdenden Gewalttat verdÀchtigt. Bis zu einer rechtskrÀftigen Verurteilung gelte aber die Unschuldsvermutung.
Nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte ein «Zeugenhinweis aus dem Umfeld des Beschuldigten» die Ermittler auf die Spur des Syrers gebracht. Dieser sei am vergangenen Mittwoch bei der Polizei eingegangen. Der Fall zeige, die Ermittlungsbehörden handelten «bei Verdacht sofort». Zum aktuellen Stand der Ermittlungen wollte sich die Generalstaatsanwaltschaft nicht Ă€uĂern.


