ZusammenstöĂe mit Bauern am Rande von Messebesuch Macrons
25.02.2024 - 14:37:03Mehrere hundert Landwirte drangen am Samstag vor der Eröffnung gewaltsam in eine der Hallen ein. Dabei kam es zu ZusammenstöĂen mit SicherheitskrĂ€ften. Wie der Radiosender RTL berichtete, wurden acht Polizisten verletzt und sechs Bauern in Polizeigewahrsam genommen. Mit rund eineinhalbstĂŒndiger VerspĂ€tung wurde die Agrarmesse vor den Toren von Paris, weltweit die gröĂte ihrer Art, fĂŒr das Publikum eröffnet.
Pfiffe, Buhrufe und Parolen wie "Macron tritt zurĂŒck" begleiteten Macron auf seinem Rundgang. Das habe man in 60 Jahren Landwirtschaftsausstellung noch nie erlebt, sagte der PrĂ€sident der Internationalen Landwirtschaftsausstellung (SIA), Jean-Luc Poulain, der Zeitung "Le Figaro". Bis zu 800 SicherheitskrĂ€fte sollen bei dem Besuch des PrĂ€sidenten im Einsatz gewesen sein. Am Nachmittag beruhigte sich die aufgeheizte Stimmung auf der Messe wieder. Macron blieb 13 Stunden dort. Wegen seiner GesprĂ€che auf der Agrarmesse verzichtete der PrĂ€sident auch auf eine Teilnahme an der G7-Videokonferenz zum zweiten Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine.
Bevor Macron den Rundgang begann, hatte er sich mit Vertretern der wichtigsten BauernverbĂ€nde in einem geschlossenen Raum auf der Messe getroffen. Er rief zur Ruhe auf. Die Messe mĂŒsse gut und friedlich verlaufen. Die Protestierenden wĂŒrden keinem ihrer Kollegen helfen, indem sie StĂ€nde zerstören, und die Messe unmöglich machen wĂŒrden. Das sei kontraproduktiv, kritisierte das Staatsoberhaupt.
Macron versprach den Bauern eine Reihe von MaĂnahmen, darunter einen Notfall-Finanzplan sowie die Verankerung von Landwirtschaft und ErnĂ€hrung als "wichtiges Gemeinschaftsinteresse" in einem Gesetz. Zudem soll fĂŒr jeden Sektor innerhalb von drei Wochen ein Mindestpreis festgelegt werden.
Bereits vor dem Beginn der bis zum 3. MĂ€rz dauernden Agrarmesse hatten Landwirte mit Dutzenden Traktoren im Raum Paris den Verkehr blockiert. Seit Wochen schon protestieren Frankreichs Landwirte gegen die schlechten Arbeits- und Lebensbedingungen. Die Bauern klagen unter anderem ĂŒber sinkende Einnahmen und ĂŒber Umweltvorschriften aus BrĂŒssel. Die Regierung hatte in den vergangenen Tagen den Landwirten diverse Hilfe zugesagt.

