BĂŒrorĂ€ume, AfD-Politiker

BĂŒrorĂ€ume von AfD-Politiker Krah in BrĂŒssel durchsucht

07.05.2024 - 11:07:27

Ein ehemaliger Mitarbeiter des AfD-Europaabgeordneten Maximilian Krah soll fĂŒr China spioniert haben. Nun finden in BrĂŒssel Durchsuchungen statt - auch in Krahs BĂŒrorĂ€umen.

  • Mehr zum Thema in KĂŒrze. - Foto: ---/dpa-Infografik/dpa

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  • Sein ehemaliger Mitarbeiter steht im Verdacht, fĂŒr China spioniert zu haben: AfD-Politiker Maximilian Krah. - Foto: Michael Kappeler/dpa

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Mehr zum Thema in KĂŒrze. - Foto: ---/dpa-Infografik/dpaSein ehemaliger Mitarbeiter steht im Verdacht, fĂŒr China spioniert zu haben: AfD-Politiker Maximilian Krah. - Foto: Michael Kappeler/dpa

Es geht um Spionage fĂŒr China, und es sind Szenen mit Seltenheitswert: Die Bundesanwaltschaft hat die BĂŒrorĂ€ume des AfD-Spitzenkandidaten fĂŒr die Europawahl, Maximilian Krah, und seines frĂŒheren Mitarbeiters Jian Guo im EuropĂ€ischen Parlament in BrĂŒssel durchsuchen lassen.

Wie die Karlsruher Behörde mitteilte, stand die Aktion im Zusammenhang mit dem Ermittlungsverfahren gegen den frĂŒheren Assistenten Krahs, der wegen des Verdachts der geheimdienstlichen AgententĂ€tigkeit in Untersuchungshaft sitzt. Krah selbst sei nur als Zeuge betroffen.

Das EuropĂ€ische Parlament hatte der Durchsuchung zugestimmt und den Ermittlern Zugang zu BĂŒrorĂ€umen gewĂ€hrt. Gegen 10.30 Uhr melden zunĂ€chst «Zeit Online» und die ARD, dass Durchsuchungen stattfinden. In den grauen GĂ€ngen des Parlaments herrscht Hektik. Sicherheitsmitarbeiter versuchen, Journalistinnen und Journalisten mit blauen Absperrungen auf dem Flur zu Krahs BĂŒro auf Distanz zu halten. Kisten stehen auf dem Flur - womöglich zum Abtransport von Beweismitteln.

Polit-Krimi geht in die nÀchste Runde

Mit den Durchsuchungen geht der Polit-Krimi in die nĂ€chste Runde. Der Vorwurf wiegt schwer: Guo, einer von Krahs engsten Mitarbeitern, soll Informationen aus dem Europaparlament weitergegeben und chinesische Oppositionelle in Deutschland ausgespĂ€ht haben. Krah selbst ist kein Beschuldigter. Die Bundesanwaltschaft betont, die Durchsuchungen seines BĂŒros sei eine «Maßnahme bei Zeugen». Man habe auf Bitte der deutschen Behörden gehandelt, sagte ein Sprecher der belgischen Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur.

Krah selbst zeigte sich wenig ĂŒberrascht. Dem Nachrichtenportal «t-online» sagte der AfD-Spitzenkandidat: «Es war absolut zu erwarten, dass Herrn G.s BĂŒro durchsucht werden wĂŒrde. (...) Erstaunt bin ich allein, dass sich die Behörden so lange Zeit ließen.» Er selbst sowie seine anderen Mitarbeiter seien demnach nicht betroffen. Auf Anfragen der Deutschen Presse-Agentur Ă€ußerte sich Krah ebenso wie sein BĂŒro zunĂ€chst nicht.

Wonach die Ermittler in dem BĂŒro genau gesucht haben, war zunĂ€chst unklar. Dokumente, die Krah gehören, sind durch seine ImmunitĂ€t als Abgeordneter geschĂŒtzt. Die ImmunitĂ€t kann nur durch einen Beschluss des Parlaments auf Antrag der Behörden aufgehoben werden. Da bis zu den Europawahlen vom 6. bis zum 9. Juni der zustĂ€ndige Rechtsausschuss nicht mehr tagt und auch das Parlament keine Sitzung mehr hat, dĂŒrfte ohnehin keine schnelle Entscheidung zu erwarten sein.

Festnahme vor zwei Wochen

Guo war vor etwa zwei Wochen in Dresden festgenommen worden. Inzwischen sitzt er in Untersuchungshaft und Krah hat sich von ihm getrennt. Die BrĂŒssler Wohnung von Guo war der Bundesanwaltschaft zufolge bereits am 24. April durchsucht worden.

Inzwischen ist auch mehr von der schillernden Vorgeschichte des Mannes bekannt. So hatte Guo schon vor einigen Jahren versucht, fĂŒr den Bundesnachrichtendienst (BND) zu arbeiten. Der Auslandsnachrichtendienst lehnte eine Zusammenarbeit nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur damals jedoch ab. SpĂ€ter wurde der Mann dem Vernehmen nach auch noch beim sĂ€chsischen Verfassungsschutz vorstellig, wo er aber ebenfalls nicht zum Zuge kam - auch weil man ihn fĂŒr nicht zuverlĂ€ssig hielt.

Krah macht nicht nur mit NĂ€he zu China Schlagzeilen

Bei dem Fall handelt es sich um eine von vielen Ermittlungen, die sich in der EU derzeit um Einflussnahme aus dem Ausland drehen. Dabei steht derzeit aber weniger China im Mittelpunkt, es wird vor allem befĂŒrchtet, dass sich Russland in die anstehenden Wahlen einmischt.

Krah ist dabei ebenfalls in den Fokus der Aufmerksamkeit geraten, ebenso wie sein Parteifreund Petr Bystron. Beide sind wegen möglicher Verbindungen zu prorussischen Netzwerken seit Wochen in den Schlagzeilen. Staatsanwaltschaften prĂŒfen nach Medienberichten ĂŒber mögliche Geldzahlungen bei beiden Politikern, ob Ermittlungen aufgenommen werden sollten. Bei Krah wird zudem geprĂŒft, ob es Ermittlungen wegen möglicher chinesischer Zahlungen geben soll.

@ dpa.de