Eilantrag bringt Gasförderung vor Borkum ins Stocken
14.07.2025 - 20:53:45Der niederlÀndische Energiekonzern One-Dyas muss mit der eigentlich genehmigten Verlegung eines Stromkabels nun doch vorerst warten, wie er der Deutschen Presse-Agentur bestÀtigte.
Hintergrund ist eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Oldenburg zu naturschutzrechtlichen Befreiungen, die laut Unternehmen vorĂŒbergehend nicht durchsetzbar sind. Den Eilantrag hatte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) gestellt.
One-Dyas werde mit der Kabelverlegung warten, bis alle Genehmigungen wieder gĂŒltig und einklagbar seien, sagte eine Unternehmenssprecherin. Das Gericht braucht nach Unternehmensangaben mehr Zeit, um alles genauer zu prĂŒfen. Es sei aber sicherlich kein Urteil gegen das Projekt, sagte die Sprecherin. Das Gericht selbst war am Montag zunĂ€chst nicht fĂŒr eine BestĂ€tigung zu erreichen.
Umwelthilfe: Gericht gab Eilantrag statt
Nach Darstellung der DUH hat das Gericht ihrem Eilantrag stattgegeben. Der Verein beruft sich auf die BegrĂŒndung des Gerichts, wonach mögliche UmweltschĂ€den schwerer wögen als eine Verzögerung des Projekts. Das Kabel solle durch ein unter Schutz stehendes Meeresgebiet fĂŒhren und dort ein seltenes Steinriff beeintrĂ€chtigen. Eine Entscheidung im Hauptsacheverfahren stehe noch aus.
One-Dyas plant, die Plattform mit Strom aus dem nahegelegenen Windpark Riffgat zu versorgen. Der Betrieb soll nach Unternehmensangaben nahezu emissionsfrei erfolgen. Ab 2025 will One-Dyas rund 0,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr fördern. Dies sei eine "Win-win-Situation" fĂŒr Wirtschaft, Versorgungssicherheit und Umwelt in Deutschland und den Niederlanden.
Ministerium sieht sich bestÀtigt
Das niedersĂ€chsische Umweltministerium begrĂŒĂte die Entwicklung. "Der vorlĂ€ufige Baustopp bestĂ€tigt unsere Position, dass vor Verlegung des Seekabels erst eine Hauptsacheentscheidung dazu erfolgen muss", sagte ein Sprecher. Bevor in unmittelbarer NĂ€he des Wattenmeers nach Gas gebohrt werde, mĂŒssten alle anhĂ€ngigen Gerichtsverfahren abgeschlossen sein. Zudem sei das geplante Gas aus Sicht des Ministeriums nicht erforderlich, da die Bundesregierung die Gasmangellage fĂŒr beendet erklĂ€rt habe.

