Habeck fÀllt auf russische Trolle herein
05.12.2023 - 19:10:54 | dpa.de
Auf Desinformation spezialisierte russische Trolle haben Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (GrĂŒne) in ein Fake-Telefonat gelockt. Das Bundeswirtschaftsministerium bestĂ€tigte auf dpa-Anfrage, dass es ein entsprechendes GesprĂ€ch gegeben habe. Der Anrufer gab sich nach Angaben des Ministeriums in dem Telefonat als Vertreter der Afrikanischen Union aus.
Sicherheitsrelevante oder vertrauliche Informationen seien nicht Teil des GesprÀchs gewesen. Dieses sei aufgrund technischer Probleme mit der Leitung mehrmals unterbrochen worden, so dass ein zusammenhÀngendes GesprÀch nicht zustande gekommen sei.
Eine vier Minuten lange Aufnahme, die die beiden Trolle auf Telegram veröffentlichten, ist nach Angaben eines Ministeriumssprecher ein Zusammenschnitt. Weder das dargestellte GesamtgesprĂ€ch, noch die dort gestellten Fragen sowie die angefĂŒgten Antworten lieĂen sich bestĂ€tigen, so der Ministeriumssprecher. Insbesondere deckten sich die Fragen weder im Tonfall, bezĂŒglich des Akzents des Fragestellers noch im Inhalt mit den Erinnerungen an das GesprĂ€ch.
In dem angeblichen Mitschnitt ist unter anderem zu hören, wie Habeck auf Englisch ruhig erklĂ€rte, dass der Ukraine dabei geholfen werden solle, trotz russischer Angriffe ihr Getreide zu exportieren. Die Aufnahme wurde auf dem Kanal des kremltreuen Duos Wowan und Lexus veröffentlicht. Die beiden sind bekannt fĂŒr sogenannte Pranks von auslĂ€ndischen Politikern und anderen berĂŒhmten Persönlichkeiten. Unter ihren Opfern waren schon die frĂŒhere Bundeskanzlerin Angela Merkel und der britische Ex-Verteidigungsminister Ben Wallace.
Das Ministerium erhielt kurz nach dem Anruf nach eigenen Angaben Hinweise der deutschen Nachrichtendienste. Diese hĂ€tten darauf hingewiesen, dass es eine Kontaktaufnahme unter falscher IdentitĂ€t und einen daraus resultierenden Fake-Anruf bei Habeck gegeben habe. Das Ministerium habe daraufhin den Sachverhalt analysiert und ihn zugeordnet. Der Vorfall sei zum Anlass genommen worden, die bestehenden Sicherheitsschleifen zu prĂŒfen und zu schĂ€rfen.
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