Tödlicher Brandanschlag: Anklage will neuneinhalb Jahre Haft
25.09.2023 - 13:14:20Im Prozess um einen tödlichen Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim 1991 in Saarlouis hat die Anklage neun Jahre und sechs Monate Haft fĂŒr den Angeklagten gefordert. FĂŒr den inzwischen 52-JĂ€hrigen, der zur Tatzeit 20 Jahre alt war, sei in dem Mordfall eine Jugendstrafe zu verhĂ€ngen, erklĂ€rte ein Vertreter der Bundesanwaltschaft in seinem PlĂ€doyer vor dem Oberlandesgericht in Koblenz.
Der Angeklagte soll vor 32 Jahren die Einrichtung fĂŒr Asylbewerber in Saarlouis angezĂŒndet und so den 27-jĂ€hrigen Asylbewerber Samuel Yeboah ermordet haben. Der Ghanaer war an schwersten Brandverletzungen gestorben.
Das HöchstmaĂ der Jugendstrafe fĂŒr Heranwachsende betrĂ€gt zehn Jahre. Werden Heranwachsende zwischen 18 und 21 Jahren nach Jugendstrafrecht verurteilt, sind nur in seltenen FĂ€llen bei Mord mit besonderer Schwere der Schuld bis zu 15 Jahre möglich.
Wegen des nÀchtlichen Brandanschlags wirft die Bundesanwaltschaft dem Angeklagten zudem versuchten Mord in 20 FÀllen vor. Das Feuer habe das damalige Mitglied der Neonazi-Szene aus rassistischer Gesinnung gelegt. Der Angeklagte hatte im Prozess hingegen ausgesagt, bei dem Brand dabei gewesen zu sein. Gelegt habe das Feuer aber ein damaliger Bekannter aus der Skinhead-Szene.
Das Urteil in dem seit November 2022 laufenden Prozess vor dem Oberlandesgericht Koblenz soll voraussichtlich am 9. Oktober verkĂŒndet werden.


