Klette-Prozess wegen Sprengstoffverdachts unterbrochen
Veröffentlicht am: 18.03.2026 um 13:18 Uhr | dpa.deIm Prozess gegen die ehemalige RAF-Terroristin Daniela Klette ist die Verhandlung am Landgericht im niedersĂ€chsischen Verden am Mittwoch kurz nach Beginn unterbrochen worden, nachdem ein Sprengstoffhund bei SchlieĂfĂ€chern der Zuschauer angeschlagen hatte. Ein verdĂ€chtiger Gegenstand wurde untersucht. Am Mittag konnte dann Entwarnung gegeben werden, der Verhandlungstag wurde am frĂŒhen Nachmittag fortgesetzt.
Nach Angaben einer dpa-Reporterin vor Ort hatte ein Sprengstoffhund der Polizei bei den SchlieĂfĂ€chern der Zuschauer angeschlagen. Daraufhin wurde ein SchlieĂfach, in das ein Journalist GegenstĂ€nde gelegt hatte, ausgerĂ€umt. Alle Sachen wurden von der Polizei kontrolliert. Da in den Gerichtssaal zum Beispiel keine elektronischen GerĂ€te mitgenommen werden dĂŒrfen, gibt es vor dem Saal SchlieĂfĂ€cher.Â
Transponder gefunden
Nachdem die Polizei die Sachen des Journalisten kontrolliert hatte, gab sie ihm die GegenstĂ€nde zurĂŒck. Darunter war allerdings ein Transponder, der dem Mann nicht gehörte. Ein Transponder ist ein kleines Plastikteil mit Sender, es wird etwa zum Ăffnen von TĂŒren verwendet, mit ihm kann aber auch auf gröĂere Entfernung ein Signal ĂŒbertragen werden.Â
Keiner der Polizeibeamten habe sich erklĂ€ren können, woher der Transponder gekommen sei und wem er gehöre, sagte der betroffene Journalist. Die Polizei bestĂ€tigte diese Angaben. «Wem dieser Gegenstand gehört oder wie er in das SchlieĂfach gelangte, ist derzeit noch unklar», teilte eine Sprecherin mit.Â
Der Gegenstand wurde von SpezialkrÀften auf einer Wiese untersucht, am Mittag gab es dann Entwarnung. Eine Sprecherin der Polizeiinspektion Verden sagte, an dem Transponder sei nichts VerdÀchtiges gefunden worden, auch kein Sprengstoff. An der Untersuchung waren EntschÀrfer des Landeskriminalamtes beteiligt.
Daniela Klette soll mit den ehemaligen RAF-Terroristen Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub mehrere Geldtransporter und SupermĂ€rkte ĂŒberfallen haben, um ihr Leben im Untergrund zu finanzieren. Sie steht deswegen seit rund einem Jahr vor Gericht.
