Bericht, Kreml-Hacker

Bericht: Kreml-Hacker greifen deutsche Parteien an

22.03.2024 - 18:48:30

Eine angeblich vom Kreml gesteuerte Hacker-Gruppierung mit dem Namen "Cozy Bear" soll versucht haben, mehrere deutsche Parteien mit Schadsoftware anzugreifen.

Das geht aus einer Analyse der renommierten IT-Sicherheitsfirma Mandiant hervor, die zu Google gehört, und ĂŒber die der "Spiegel" berichtet. Deutsche Sicherheitsbehörden haben wegen des Vorfalls bereits ein so genanntes "Sensibilisierungsschreiben" an die Bundestagsverwaltung verschickt. Im Visier der Angreifer waren laut des Berichts unter anderem Mitglieder der CDU, die Warnungen gingen aber auch an weitere im Bundestag vertretene Parteien. Im Vorfeld hatte das amerikanische IT-Sicherheitsunternehmen Mandiant die CDU und die deutschen Behörden ĂŒber den von ihr erkannten Phishing-Versuch informiert.

Demnach hatten die Angreifer Ende Februar E-Mails im Namen der CDU versendet. Sie enthielten eine Einladung fĂŒr ein angebliches Abendessen der Partei, das angeblich am 1. MĂ€rz um 19 Uhr stattfinden solle. Wer den Anweisungen in der Mail folgte und auf einen enthaltenen Link klickte, hĂ€tte seinen Rechner mit Schadsoftware infiziert. Diese rechnet Mandiant "Cozy Bear" zu, einer Gruppierung, die auch als APT 29 bekannt und berĂŒchtigt ist. Internationale Geheimdienste rechnen die erfahrene und Ă€ußerst aktive Truppe dem russischen Auslandsgeheimdienst SWR zu. Die CDU bestĂ€tigte dem "Spiegel", dass man bereits Hinweise auf den Vorfall erhalten habe. Den in der Mail genannten Anlass habe es nicht gegeben: "Am 1. MĂ€rz gab es kein offizielles Abendessen der CDU, die Veranstaltung war frei erfunden." In ihrer gemeinsamen Warnung an die Bundestagsverwaltung schrieben das Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz und das Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik, die Kampagne ziele offenbar "auf die Etablierung von langfristigen ZugĂ€ngen zu den Netzwerken der Ziele". Es gehe darum, Daten zu stehlen. Insbesondere angesichts der bevorstehenden Europawahl sei "von einem erhöhten AufklĂ€rungsinteresse fremder MĂ€chte auszugehen, welches sich auch und gerade in Cyberangriffen gegen den politischen Raum niederschlagen kann". Ob die EmpfĂ€nger der aktuellen gefĂ€lschten E-Mails mit CDU-Logo auf den schĂ€dlichen Link geklickt haben, war zunĂ€chst nicht bekannt. Der IT-Sicherheitsforscher John Hultquist, Chefanalyst bei Mandiant, sagte dem "Spiegel", dass er in Zukunft weitere vergleichbare Angriffe aus Russland erwarte: "Das ist nicht das Problem einer einzelnen Partei", sagt Hultquist, der die Kampagne analysiert hat. Die Wahl-Saison in Europa habe gerade erst begonnen.

@ dts-nachrichtenagentur.de