Vodafone, Anpacker-MentalitÀt

Vodafone fordert Anpacker-MentalitÀt

26.01.2025 - 11:51:06

Eine "Anpacker-MentalitÀt" fordert der neue Vodafone-Deutschlandchef Marcel de Groot.

"Es erstaunt mich ein bisschen, was mit Deutschlands Selbstbewusstsein zuletzt passiert ist. Zuweilen habe ich den Eindruck, Deutschland hat seine Tugenden ein StĂŒck weit einstauben lassen", sagte der NiederlĂ€nder der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montagsausgabe).

So sei das VerhĂ€ltnis von Anspruch und Leistungsbereitschaft an manchen Stellen in Schieflage geraten. "Manchmal habe ich das GefĂŒhl, die HĂ€ngematte hat einen besseren Ruf als der Blaumann. Das Problem ist: Von der HĂ€ngematte aus können wir die Wirtschaft nicht retten", sagte de Groot. Von einer Vier-Tage-Woche hĂ€lt der Manager daher wenig: "Das ist wie eine Weltmeisterschaft vor sich zu haben - und dann weniger zu trainieren." De Groot will seine Mitarbeiter verstĂ€rkt ins BĂŒro zurĂŒckholen und von einer 100-Prozent-Homeoffice-Regel zu mindestens zwei PrĂ€senztagen in den BĂŒros kommen. DarĂŒber verhandele das Unternehmen gerade mit den BetriebsrĂ€ten. "Die Mitarbeiter wollen den Aufbruch. Ein Aufbruch aber braucht Gemeinschaft. Und eine solche Kultur kreierst Du nicht ĂŒber Kacheln in Teams", sagte de Groot. Zuletzt hatte Vodafone allerdings mit Schwierigkeiten zu kĂ€mpfen: WĂ€hrend der Corona-Pandemie beschwerten sich viele Kabel-Kunden, der britische Telekommunikationskonzern baute Stellen ab und im FernsehgeschĂ€ft gingen Vodafone durch eine GesetzesĂ€nderung Millionen Kunden verloren. De Groot will jetzt wieder angreifen, etwa mit schnellem Internet ĂŒber Kabel. "Beim Gigabit sind wir die klare Nummer eins. Das VDSL-Internet ĂŒber die Telekom-Kupferleitungen hat keine Zukunft, da ist bei niedrigen Bandbreiten Schluss. Deutschland sollte jetzt die Chance nutzen und dieses Schneckeninternet in den Ruhestand verabschieden", forderte der Vodafone-Deutschlandchef. Im Mobilfunk sieht der Vodafone-Deutschlandchef "einen enormen Preisdruck". Am Ende zĂ€hle aber der Umsatz und nicht die Zahl der Kunden. "Es gibt einige Wettbewerber, die wir unter Druck gesetzt haben. Sie versuchen nun, mit Dumping-Preisen, irgendwie viele Kunden zu gewinnen. Da spielen wir nicht mit", sagte de Groot.

@ dts-nachrichtenagentur.de