Pflege, Deutschland

Pflegereform: Nachbesserungen zeichnen sich ab

23.05.2023 - 14:49:08

Eine bessere hÀusliche Versorgung und mehr FlexibilitÀt sollen ermöglicht - und pflegende Angehörige finanziell entlastet werden.

Bei der geplanten Pflegereform der Ampel-Koalition zeichnen sich noch Nachbesserungen ab. Kommen soll nun doch auch ein flexibel nutzbares Budget mit Entlastungs-Leistungen fĂŒr pflegende Angehörige, wie es aus den Regierungsfraktionen hieß.

ZunĂ€chst berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland darĂŒber. DafĂŒr hatte sich auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) stark gemacht. Im Gegenzug soll voraussichtlich eine geplante spĂ€tere Anhebung von Pflegeleistungen etwas geringer ausfallen.

Die SPD-Gesundheitsexpertin Heike Baehrens sagte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur: «Um die hĂ€usliche Versorgung zu stĂ€rken und pflegenden Angehörigen mehr FlexibilitĂ€t zu ermöglichen, werden die Leistungen der Verhinderungs- und Kurzzeitpflege ab 2025 in einem Jahresbudget gebĂŒndelt.» Zur Finanzierung solle die fĂŒr 2025 geplante Dynamisierung aller Pflegeleistungen von 5 auf 4,5 Prozent abgesenkt werden. Damit werde der finanzielle Schwerpunkt auf die dringend nötige niedrigschwellige Entlastung pflegender Angehöriger gelegt.

GesetzesplÀne kommen in den Bundestag

GrĂŒnen-Fraktionsvize Maria Klein-Schmeink sagte der dpa, mit dem nun geplanten «Entlastungsbudget» ab dem 1. Juli 2025 könnten pflegende Angehörige Leistungen von 3539 Euro unbĂŒrokratisch nutzen - um eine Auszeit nehmen zu können und wĂ€hrenddessen die Pflege sichergestellt sei. FĂŒr Eltern pflegebedĂŒrftiger Kinder mit Pflegegrad 4 oder 5 solle dieses Budget bereits ab 1. Januar 2024 mit 3386 Euro zur VerfĂŒgung stehen und bis Juli 2025 ebenfalls auf 3539 Euro anwachsen.

SPD und GrĂŒne hatten in den parlamentarischen Beratungen noch auf weitere Verbesserungen vor allem fĂŒr die Pflege daheim gedrĂ€ngt, die ĂŒber den vom Kabinett auf den Weg gebrachten Entwurf hinausgehen. Die GesetzesplĂ€ne sollen voraussichtlich an diesem Freitag abschließend in den Bundestag kommen und beschlossen werden.

Geplant ist unter anderem, den Pflegebeitrag zum 1. Juli um 0,35 Prozentpunkte anzuheben - fĂŒr Menschen ohne Kinder noch etwas stĂ€rker. Das soll auch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts umsetzen. Aktuell liegt er bei 3,05 Prozent des Bruttolohns, fĂŒr Kinderlose bei 3,4 Prozent. Das zuletzt 2017 erhöhte Pflegegeld fĂŒr PflegebedĂŒrftige daheim soll Anfang 2024 um 5 Prozent steigen. ZuschlĂ€ge fĂŒr PflegebedĂŒrftige im Heim sollen 2024 erhöht werden.

@ dpa.de