Umfrage zeigt Mehrheit fĂŒr CDU-Absprachen mit der Linkspartei
Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 14:46 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSEine Mehrheit der BundesbĂŒrger spricht sich dafĂŒr aus, dass die CDU kĂŒnftig auch Absprachen mit der Linkspartei treffen sollte. Nach einer Forsa-Umfrage fĂŒr RTL und ntv befĂŒrworten 54 Prozent eine solche Zusammenarbeit, wenn sie die Bildung einer Landesregierung ohne Beteiligung der AfD ermöglicht.
Mehrheit in Union und im Osten
38 Prozent lehnen Absprachen mit der Linkspartei ab. Unter den AnhĂ€ngern von CDU und CSU gibt es mit 63 Prozent Zustimmung ebenfalls eine klare Mehrheit fĂŒr solche Kontakte, 34 Prozent sind dagegen.
Regional unterscheidet sich das Bild spĂŒrbar: Im Osten liegt die Zustimmung bei 49 Prozent, im Westen bei 55 Prozent. Die stĂ€rkste Ablehnung kommt aus dem AfD-Lager.
Deutliche Unterschiede zwischen den ParteianhÀngern
89 Prozent der AfD-AnhĂ€nger sprechen sich gegen eine Kooperation aus. Dagegen befĂŒrworten sie 81 Prozent der SPD-AnhĂ€nger, 86 Prozent der GrĂŒnen-AnhĂ€nger und 97 Prozent der Linke-AnhĂ€nger.
Die Umfrage beschreibt einen politischen Zielkonflikt, der in Deutschland seit Jahren immer wieder aufbricht: Die Union grenzt sich programmatisch von der Linkspartei ab, steht in einzelnen Landesfragen aber zugleich vor der Frage, wie Regierungen ohne AfD-Beteiligung gebildet werden können. Dass in der dts-Meldung eine bundesweite Mehrheit fĂŒr solche Absprachen genannt wird, zeigt vor allem den hohen Pragmatismus vieler WĂ€hler bei der Regierungsbildung.Besonders bemerkenswert ist die klare Zustimmung auch in den AnhĂ€ngerschaften von CDU und CSU. Das deutet darauf hin, dass die Ablehnung einer Zusammenarbeit mit der Linkspartei in der Praxis weniger fest verankert sein könnte, sobald sie als Mittel zur Verhinderung einer AfD-Beteiligung erscheint.
Bedeutung fĂŒr Ostdeutschland
Im Osten fĂ€llt die Zustimmung niedriger aus als im Westen, bleibt aber mit 49 Prozent fast ausgeglichen. Das passt zu den besonderen Koalitionsarithmetiken in ostdeutschen LĂ€ndern, in denen Mehrheiten oft knapp sind und die AfD in Umfragen und Parlamenten eine starke Rolle spielt. FĂŒr die CDU erhöht das den Druck, ihre Abgrenzung zur Linkspartei mit den Anforderungen konkreter Regierungsbildung zu verbinden.
Politische Folgen
FĂŒr SPD, GrĂŒne und Linke zeigt die Umfrage eine breite Offenheit gegenĂŒber solchen Absprachen. Politisch stĂ€rkt das jene KrĂ€fte, die auf taktische VerstĂ€ndigung setzen, um stabile Landesregierungen ohne AfD zu ermöglichen. Gleichzeitig bleibt die Frage bestehen, ob daraus nur punktuelle Absprachen oder irgendwann auch formellere Kooperationen werden.
