Sabotage-Alarm, Bundeswehr

Sabotage-Alarm in der Bundeswehr: Abnorme Wasserwerte

14.08.2024 - 16:21:55

Eine Loch im Zaun und auffÀllige VerÀnderungen im Leitungswasser: Ein «Vorfall» in einer Luftwaffenkaserne in Köln-Wahn ruft mehrere Sicherheitsbehörden auf den Plan.

Polizei und Staatsschutz ermitteln nach einem Sicherheitsvorfall am Wasserwerk der Luftwaffenkaserne Köln-Wahn wegen des Verdachts auf eine gegen die Bundeswehr gerichtete Sabotageaktion. Bei dem Vorfall seien «abnorme Wasserwerte» und dann ein Loch im Zaun festgestellt worden, sagte ein Sprecher der Bundeswehr in Köln vor der Kaserne. 

Das MilitĂ€rgelĂ€nde wurde daraufhin fĂŒr Stunden abgeriegelt. Polizeibehörden, MilitĂ€rpolizei («FeldjĂ€ger») und der MilitĂ€rische Abschirmdienst (MAD) waren vor Ort. Berichte, wonach es in den Reihen der Soldaten auch KrankheitsfĂ€lle gab, bestĂ€tigte die Bundeswehr nach PrĂŒfung nicht.

Die Kaserne durfte ĂŒber Stunden nicht betreten oder verlassen werden, wurde dann aber wieder geöffnet. In Köln-Wahn sind mehrere Dienststellen untergebracht. Auch die Flugbereitschaft der Bundeswehr – zustĂ€ndig fĂŒr Reisen von BundesprĂ€sident und Kanzler, von Kabinettsmitgliedern und hohen Regierungsbeamten – hat dort ihren Sitz. 

Experten warnen schon lÀnger vor Aktionen gegen MilitÀr und Infrastruktur

Seit dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine wird die Sicherheitslage in Europa insgesamt neu bewertet. Sicherheitsexperten haben wiederholt gewarnt, dass auch militÀrische Infrastruktur Ziel von AusspÀhungen oder Sabotageversuchen sein könne.

Die Bundeswehr sprach von einem «Vorfall», auf den der Betriebsdienst durch abnorme Wasserwerte aufmerksam geworden sei. Dann sei das Loch in dem zum Wasserwerk der Kaserne fĂŒhrenden Zaun entdeckt worden. Untersuchungen der verĂ€nderten Wasserwerte liefen, können nach Angaben von Experten aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Der Verdacht auf Sabotage besteht

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte in Berlin, dass die Kaserne fĂŒr Untersuchungen gesperrt worden sei, «weil es Verdacht auf einen Eindringversuch oder ein vollzogenes, illegales Eindringen gibt». Er sagte: «Auch der Verdacht von Sabotage besteht.» Oberstleutnant Ulrich Fonrobert, der fĂŒr die Bundeswehr in Nordrhein-Westfalen sprach, sagte: «In der gestrigen Nacht hat es einen Vorfall in der Kaserne hinter uns gegeben. Dieser Vorfall hat dafĂŒr gesorgt, dass die Kaserne seitdem geschlossen worden ist.» Die Bundeswehr nehme diesen Vorfall sehr ernst. 

In der insgesamt angespannten Lage wurden auch am Rande des Nato-Flugplatzes Geilenkirchen – von dort starten und landen AufklĂ€rungsflĂŒge – verdĂ€chtige Beobachtungen gemacht. Berichten ĂŒber eine Abriegelung des MilitĂ€rflugplatzes wurde widersprochen. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurde aber zwischenzeitlich ein Mensch im Umfeld des Flughafens fĂŒr Befragungen in Gewahrsam genommen. Der Verdacht erhĂ€rte sich demnach aber nicht. Eine Sicherheitsbehörde ordnete jedoch an, auch dort das Trinkwasser zu untersuchen. Es wurden aber keine AuffĂ€lligkeiten festgestellt.

Sicherheitspolitiker warnt vor hybrider KriegfĂŒhrung Russlands 

Der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestages, Konstantin von Notz (GrĂŒne), warnte angesichts des sich Sabotage-Verdachts am Bundeswehr-Fliegerhorst Köln-Wahn vor hybrider KriegfĂŒhrung Russlands. «Sollten sich die Verdachtsmomente bestĂ€tigen, zeigen sich erneut die realen Gefahren des hybriden Krieges, den Putins Russland gegen die westlichen Demokratien fĂŒhrt, fĂŒr unsere Gesellschaft», sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

«Es gibt fast tĂ€glich Cyberangriffe, breiteste Desinformationskampagnen, die antidemokratische Parteien und Personen in Deutschland, Europa und den USA fördern und unsere Gesellschaft spalten sollen, aber es gibt eben auch Spionage und Sabotage», warnte er. Von Notz forderte: «Die Ermittlung am Bundeswehr-Fliegerhorst in Köln-Wahn mĂŒssen entschlossen vorangebracht werden. Der Schutz der Soldatinnen und Soldaten auf und in den Liegenschaften der Bundeswehr ist essenzielle Grundlage fĂŒr die wichtigen Aufgaben unserer Armee zum Schutz unseres Landes und seiner Menschen.»

@ dpa.de