Mehrheit der Deutschen befürwortet Steuer auf zuckerhaltige Getränke
Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 00:01 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSEine Mehrheit der Deutschen befürwortet einer Erhebung zufolge die Einführung einer Steuer auf zuckerhaltige Getränke. Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag des "Stern" und RTL finden 55 Prozent der Bundesbürger eine solche Sonderabgabe richtig, 44 Prozent halten sie nicht für sinnvoll und ein Prozent antwortete mit "weiß nicht".
Geplante Abgabe der Bundesregierung
Die Bundesregierung plant, den Konsum von Limonaden und Cola durch eine Abgabe zu senken, da diese Getränke in Deutschland als eine der Hauptursachen für Übergewicht und Adipositas gelten. Die Höhe der Steuer soll sich nach dem jeweiligen Zuckergehalt richten, sodass stärker gesüßte Produkte höher belastet werden. Branchenverbände rechnen inklusive Mehrwertsteuer mit Einnahmen von bis zu vier Milliarden Euro für den Staat aus der neuen Abgabe.
Kontroverse um betroffene Produktgruppen
Vor allem Ostdeutsche und Sympathisanten der AfD lehnen die Steuer ab. In der Regierung entwickelte sich zunächst eine heftige Debatte und es kam zu Verwirrung darüber, ob künftig auch Fruchtsäfte, alkoholfreies Bier oder Milchgetränke teurer werden sollten. Besonders umstritten war zudem die Frage, ob sogenannte Zero-Getränke ohne Zucker von der Abgabe erfasst werden.
Kurswechsel beim Finanzminister
Gegen die Besteuerung von Zero-Getränken regte sich auch innerhalb der Regierung deutlicher Widerstand. In der Folge nahm Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) entsprechende Pläne aus seinem Haus nach kurzer Zeit wieder zurück. Damit bleibt die Frage, welche konkreten Produktgruppen am Ende von der Zuckersteuer betroffen sein werden, vorerst offen.
Zustimmung nach Parteipräferenz
Die Anhänger der Grünen begrüßen die Einführung der Sonderabgabe mit 87 Prozent am deutlichsten. Aber auch die Anhänger der Regierungsparteien stehen mehrheitlich hinter der Entscheidung: Von den Unterstützern der CDU/CSU sagen 76 Prozent ja zur Zuckersteuer, bei denen der SPD sind es 77 Prozent. Die Umfrage deutet damit auf eine breite, wenn auch nicht einhellige gesellschaftliche Unterstützung für das Vorhaben hin.
Die dts-Meldung macht deutlich, dass die Bundesregierung eine Zuckersteuer auf zuckerhaltige Getränke als Instrument der Gesundheitspolitik diskutiert. Ziel ist es, den Konsum von Limonaden und Cola zu senken, da diese nach Einschätzung der Verantwortlichen wesentlich zu Übergewicht und Adipositas beitragen. Eine solche Steuer folgt internationalen Vorbildern, in denen Preisaufschläge auf stark gezuckerte Getränke mit einer Verringerung des Konsums in Verbindung gebracht werden.
Gesundheitspolitische und gesellschaftliche Dimension
Aus gesundheitspolitischer Sicht reiht sich die Debatte in breitere Bemühungen ein, Ernährung, Prävention und öffentliche Gesundheitsvorsorge stärker in den Fokus zu rücken. Maßnahmen wie eine Zuckersteuer zielen darauf, Verhaltensänderungen über wirtschaftliche Anreize zu bewirken. Gleichzeitig berührt die Diskussion soziale Fragen: Menschen mit geringem Einkommen sind überproportional von ungesunder Ernährung betroffen, werden aber auch stärker von Preissteigerungen belastet. Wie die Steuer konkret ausgestaltet wird – etwa welche Produktgruppen betroffen sind und ob es Schutzmechanismen für besonders betroffene Bevölkerungsgruppen gibt – ist daher von erheblicher gesellschaftlicher Bedeutung.
Politische Konfliktlinien und wirtschaftliche Folgen
Politisch zeigt sich eine klare Polarisierung: Während Anhänger der Regierungsparteien und insbesondere der Grünen die geplante Abgabe überwiegend unterstützen, gibt es deutlichen Widerstand bei Sympathisanten der AfD und in Ostdeutschland. Innerhalb der Regierung führte vor allem die Frage, ob auch Fruchtsäfte, alkoholfreies Bier, Milchgetränke und zuckerfreie Produkte wie Zero-Getränke erfasst werden sollen, zu Konflikten. Der Umstand, dass das Finanzministerium seine Pläne zur Besteuerung von Zero-Getränken rasch zurückgezogen hat, verweist darauf, dass die Ausgestaltung der Steuer noch nicht abgeschlossen ist. Für die Getränkeindustrie und den Handel sind die erwarteten Einnahmen von bis zu vier Milliarden Euro zwar ein staatlicher Finanzfaktor, zugleich müssen sie mit veränderten Nachfrage- und Preismustern rechnen.
Bedeutung für Verbraucherinnen und Verbraucher
Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet die Debatte, dass sich die Preise für viele zuckerhaltige Getränke künftig spürbar erhöhen könnten. Die Umfrage zeigt aber auch, dass eine knappe Mehrheit der Bevölkerung diesen Eingriff befürwortet und ihn offenbar als sinnvolle Maßnahme zur Gesundheitsförderung akzeptiert. Entscheidend wird sein, wie transparent die Regierung das Ziel der Steuer kommuniziert und ob begleitende Maßnahmen – etwa Aufklärungskampagnen oder Angebote für gesündere Alternativen – etabliert werden. Die weitere politische Diskussion und konkrete Gesetzgebung werden darüber entscheiden, in welchem Umfang und für welche Produkte die Zuckersteuer letztlich eingeführt wird.
