Pro-PalÀstina-Mahnwache in Berlin - Polizei angegriffen
18.10.2023 - 02:56:32Nach einem verheerenden Raketeneinschlag in ein Krankenhaus im Gazastreifen mit mutmaĂlich Hunderten Toten haben in Deutschland vielerorts UnterstĂŒtzer der PalĂ€stinenser spontan protestiert, teils gewaltsam. In Berlin wurden dabei am Dienstagabend nach einer Pro-PalĂ€stina-Mahnwache am Brandenburger Tor nach Polizeiangaben EinsatzkrĂ€fte angegriffen. Die Polizei sprach von mehr als 300 Menschen, die sich dort versammelt hĂ€tten, ein dpa-Fotograf schĂ€tzte die Zahl auf rund 1000. Nach mehreren Lautsprecher-Aufforderungen, den Ort zu verlassen, wurde die unerlaubte Ansammlung aufgelöst.
Das nahe gelegene Holocaustmahnmal musste von Polizisten geschĂŒtzt werden. Nach Medienberichten hatten Demonstranten versucht, dorthin zu gelangen, wurden aber daran gehindert. Die Polizei bestĂ€tigte das am Mittwochmorgen zunĂ€chst nicht.
Im Berliner Bezirk Neukölln gab es nach einem Aufruf zu einer nicht angemeldeten Pro-PalÀstina-Demonstration Ausschreitungen. Es hÀtten Barrikaden, E-Scooter und ein Kinderspielplatz gebrannt, teilte die Feuerwehr auf X, ehemals «Twitter», mit. Ihre EinsatzkrÀfte seien mit Pyrotechnik beschossen worden. Die Polizei wurden mit Steinen angegriffen. Zwei Polizisten mussten vom Rettungsdienst versorgt werden.
Proteste auch in NRW und Baden-WĂŒrttemberg
Auch in mehreren StĂ€dten Nordrhein-Westfalens gab es pro-palĂ€stinensische Kundgebungen mit insgesamt mehr als 500 Beteiligten. Die meisten kamen in Aachen mit 200 zusammen, wie die Polizei in der Nacht mitteilte. Jeweils rund 100 Menschen gingen in Dortmund, DĂŒsseldorf und Essen auf die StraĂe, Köln meldete 30 Menschen. Die Kundgebungen verliefen friedlich, wie die Polizeileitstellen mitteilten. Einige Demonstranten hatten demnach palĂ€stinensische Flaggen und Kerzen dabei.
In Baden-WĂŒrttemberg gab es in Stuttgart und Mannheim Kundgebungen mit 40 bis 60 Beteiligten. Vereinzelt seien palĂ€stinensische Flaggen gezeigt worden. Die Ansammlungen seien friedlich verlaufen, teilten die Polizeileitstellen mit.
WĂ€hrend die von der islamistischen Hamas kontrollierte Gesundheitsbehörde im Gazastreifen sowie auch mehrere arabische Staaten Israel die Verantwortung fĂŒr den Raketeneinschlag gaben, wies die israelische Armee dies entschieden zurĂŒck. Das Krankenhaus sei durch eine fehlgeschlagene Rakete der Terrororganisation Islamischer Dschihad getroffen, erklĂ€rte die Armee.


