Nach IT-Störung: VW fÀhrt Werke wieder hoch
28.09.2023 - 11:46:25Nach einer schweren IT-Störung, die bei VW die Produktion fast komplett lahmgelegt hat, fĂ€hrt der Konzern seine Werke wieder hoch. «Die IT-Infrastrukturprobleme im Volkswagen-Netzwerk konnten im Laufe der Nacht behoben werden, das Netzwerk arbeitet wieder stabil», sagte ein Sprecher am Donnerstagmorgen. «Die betroffenen Anwendungen werden aktuell wieder hochgefahren. Der weltweite Produktionsverbund lĂ€uft an, die Produktion soll planmĂ€Ăig erfolgen.»
Ein Netzwerkfehler hatte den Konzern ab Mittwoch fast komplett lahmgelegt. Die Produktion in fast allen Werken stand ab dem Nachmittag still, darunter alle deutschen Standorte der Kernmarke Volkswagen in Wolfsburg, Zwickau, Emden, Hannover, OsnabrĂŒck und Dresden. Auch die Komponentenwerke in Braunschweig, Salzgitter, Kassel und Chemnitz waren betroffen. Audi meldete ebenfalls Probleme.
Erst mit der FrĂŒhschicht am Donnerstag wurden erste Werke wieder hochgefahren, darunter Wolfsburg und Zwickau. Weitere sollten im Laufe des Tages folgen. Ein VW-Sprecher aus Wolfsburg bestĂ€tigte am Donnerstag einen «Handelsblatt»-Bericht, nach dem es im Stammwerk noch ruckele. Die Produktion stehe in Teilen und laufe langsam an, was der Sprecher mit der GröĂe und KomplexitĂ€t des Standorts begrĂŒndete.
«Seit 10 Uhr laufen wir wieder in Serien», sagte ein Sprecher von VW Nutzfahrzeuge in Hannover. «In Dresden soll die Produktion regulÀr am Mittag anlaufen», erklÀrte ein Sprecher von VW Sachsen.
Bei Porsche, wo die Produktion ebenfalls ruhte, waren die BÀnder in Stuttgart bereits in der Nacht um 23 Uhr wieder angelaufen, erklÀrte ein Sprecher. Das Leipziger Werk folgte dann um 2.45 Uhr.
IT-Dienstleisterin: Weltweite Störung
Nach Angaben einer IT-Dienstleisterin, die fĂŒr die Netzwerke der Unternehmen zustĂ€ndig ist, handelte es sich um eine weltweite Störung. Auch in VW-AutohĂ€usern gab es Probleme. Ein entsprechender Bericht des «Handelsblatts» wurde der dpa in HĂ€ndlerkreisen bestĂ€tigt. Dem Bericht zufolge war auch das US-Werk in Chattanooga im Bundesstaat Tennessee betroffen. Keine Auswirkungen gab es nach Angaben eines Sprechers dagegen bei Skoda in Tschechien.
Ein von VW eingerichteter Krisenstab hatte die ganze Nacht an der Lösung des Problems gearbeitet. NĂ€here Angaben zur Ursache macht VW noch nicht. Es gebe aber weiterhin keine Anzeichen, dass die Störung durch externe EinflĂŒsse verursacht wurde, sagte ein Sprecher. Man gehe nicht von einem Hackerangriff aus.
Wissing: «Digitale Infrastrukturen sind kritische Infrastrukturen»
Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) mahnte angesichts der Störung bei VW zu mehr SensibilitĂ€t fĂŒr das Thema Netzwerksicherheit. «Wir brauchen hier Sicherheitssysteme, die funktionieren», sagte er den Sendern RTL und ntv. Wenn es zu solchen Störungen wie bei VW komme, mĂŒsse das prĂ€zise analysiert werden. «Es muss allen klar sein, digitale Infrastrukturen sind kritische Infrastrukturen.»
Ende August war der VW-Rivale Toyota von einem Totalausfall betroffen. Bei dem japanischen Autoriesen hatten technische Probleme fĂŒr etwa einen Tag zu einem kompletten Produktionsausfall in Japan gefĂŒhrt. Schuld gewesen sei ein Fehler im System zur Verwaltung der Teilebestellung. SpĂ€ter hieĂ es, Ursache sei unzureichender Speicherplatz auf Servern gewesen. Bei dem Vorfall habe es sich nicht um einen Cyberangriff gehandelt, wurde betont.


