Wahl, Auslandsdeutschen

Wahl der Auslandsdeutschen: Stiftung warnt vor Verfassungswidrigkeit

22.02.2025 - 13:54:55

Einen Tag vor der Bundestagswahl gerĂ€t die mangelnde Wahlmöglichkeit fĂŒr Auslandsdeutsche erneut in die Kritik.

Tausende Deutsche im Ausland stehen vor erheblichen Problemen, ihr Wahlrecht auszuĂŒben. Die Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland warnt vor einem verfassungswidrigen Zustand und fordert dringend Reformen. "Das derzeitige System verstĂ¶ĂŸt gegen Artikel 38 des Grundgesetzes. Das Wahlrecht den Auslandsdeutschen theoretisch zu gewĂ€hren, in der Praxis aber nicht sicherzustellen, ist verfassungswidrig. Das wird das Bundesverfassungsgericht auch feststellen", sagte Oliver Junk, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Verbundenheit, am Samstag der dts Nachrichtenagentur. Immer mehr Deutsche ohne Wohnsitz in Deutschland berichten von massiven Hindernissen.

Viele haben bis heute keine Wahlunterlagen erhalten, andere wurden nicht ins WĂ€hlerverzeichnis aufgenommen oder scheitern an organisatorischen Problemen der Briefwahl. "Uns haben in den vergangenen Tagen zahlreiche Mitteilungen von Betroffenen erreicht, die ihre Stimme nicht abgeben können, obwohl sie wahlberechtigt sind", so Junk. Bereits im Dezember 2024 hatte die Stiftung Verbundenheit in ihrem Positionspapier "Demokratische Teilhabe weltweit: Abbau von Grenzen im Wahlrecht fĂŒr Auslandsdeutsche" auf die systematischen Defizite hingewiesen und konkrete VorschlĂ€ge zur Verbesserung erarbeitet. "Warum reden alle von Digitalisierung, nur nicht beim Wahlrecht? Elektronische WĂ€hlerverzeichnisse und E-Voting-Varianten fĂŒr Auslandsdeutsche sind rechtssicher und technisch möglich", sagte Junk. Die ausschließliche Möglichkeit zur Briefwahl sei im Jahr 2025 nicht mehr "state of the art". LĂ€ngere Postlaufzeiten, verlorengegangene Unterlagen oder fehlerhafte Zustellungen machten die Briefwahl fĂŒr viele Auslandsdeutsche zu einem unzuverlĂ€ssigen Instrument. "Es ist notwendig, dass wir die demokratische Teilhabe der Auslandsdeutschen stĂ€rken, indem wir das Wahlrecht an die RealitĂ€ten der modernen Welt anpassen", erklĂ€rte Junk.

@ dts-nachrichtenagentur.de