Bundesliga 2:2 – Eintracht Frankfurt verpasst Sieg gegen SC Freiburg, Atubolu glänzt gegen Ex-Club
Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 17:29 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEintracht Frankfurt und der SC Freiburg haben sich im Bundesliga-Duell mit 2:2 getrennt, nachdem die Hessen zweimal in Führung gegangen waren und die Breisgauer jeweils ausgleichen konnten.
Frankfurt legt vor, Freiburg kontert
Vor 60.100 Zuschauern brachte Younes Ebnoutalib die Eintracht bereits in der 10. Minute in Führung. Der 23-Jährige nutzte einen schnellen Angriff über Jonathan Burkardt und Ritsu Doan und schob beflügelt von seiner erstmaligen Berufung in die Nationalmannschaft zu seinem vierten Saisontor ein. Es ist ein Wert, den bei Frankfurt zu diesem Saisonzeitpunkt zuvor nur die Clublegenden Bernd Hölzenbein in der Spielzeit 1976/77 und Anthony Yeboah 1993/94 erreicht hatten.
Freiburg hatte in der ersten Phase deutlich mehr Ballbesitz, blieb im Abschluss jedoch lange ungefährlich. Das änderte sich mit einem Schlenzer von Derry Scherhant, der in der 34. Minute zum 1:1 traf. In einer turbulenten Phase vor der Pause behielt Burkardt im Strafraum die Übersicht und stellte in der 36. Minute die erneute Frankfurter Führung her, bevor Scherhant per Freistoß an den Pfosten knapp den erneuten Ausgleich verpasste.
Atubolu überzeugt gegen den Ex-Club
Torhüter Noah Atubolu, der erst kurz vor Ende der Wechselperiode nach einer bewegten Sommer-Transferphase von Freiburg nach Frankfurt gewechselt war, stand gegen seinen Ausbildungsverein im Mittelpunkt. Er musste immer wieder bei hohen Bällen eingreifen und klärte unter anderem nach einem Standard vor SC-Kapitän Maximilian Eggestein sowie gegen Jan-Niklas Beste. Kurz vor dem Pausenpfiff lenkte er einen weiteren Schuss von Scherhant noch mit den Fingerspitzen an den Pfosten.
Nach seiner Nominierung für die kommenden Länderspiele krönte der 24-Jährige damit einen ereignisreichen ersten Saisonblock vor der Länderspielpause. Mit seinen Paraden trug er maßgeblich dazu bei, dass Freiburg die Tabellenführung nicht zurückeroberte.
Freiburger Antwort nach der Pause
Unmittelbar nach dem Seitenwechsel schlug Freiburg erneut zurück. Scherhant bekam auf der rechten Seite zu viel Raum, flankte unbedrängt und fand den einlaufenden Yuito Suzuki, der in der 48. Minute zum 2:2 ausglich. Scherhant blieb im weiteren Verlauf der gefährlichste Freiburger, verpasste seinen zweiten Treffer jedoch knapp.
Frankfurt suchte derweil weiter entschlossen den Weg zum gegnerischen Tor. Burkardt und zweimal Can Uzun hatten innerhalb weniger Minuten gute Möglichkeiten, die Hessen zum ersten Heimdreier seit der Rückkehr von Trainer Adi Hütter zu führen, ließen diese Chancen jedoch ungenutzt. So blieb es beim 2:2, das für Freiburg nach drei Auftaktsiegen das erste Unentschieden der Saison bedeutet und für die Eintracht eine Bestätigung des leichten Aufwärtstrends darstellt.
Hütters Tempoplan geht auf
Eintracht-Coach Hütter hatte vor der Partie gefordert, mit hoher Geschwindigkeit nach vorne zu spielen, um die laufstarken und strukturiert agierenden Freiburger in Verlegenheit zu bringen. Sein Team setzte diesen Ansatz über weite Strecken um und zeigte, dass es mit schnellen Kombinationen und klaren Abläufen die Defensive des Gegners knacken kann. Trotz des verpassten Siegs nimmt Frankfurt damit Selbstvertrauen mit in die bevorstehende Länderspielpause.
Spielverlauf und sportliche Bedeutung
Das 2:2 zwischen Eintracht Frankfurt und dem SC Freiburg fügt sich in einen Saisonstart ein, in dem beide Teams offensiv stark auftreten. Frankfurt verpasst zwar den zweiten Sieg in Serie, bestätigt aber die ansteigende Formkurve mit einem strukturiert vorgetragenen Angriffsspiel und hoher Geschwindigkeit in der Vorwärtsbewegung. Freiburg wiederum bleibt nach drei Auftaktsiegen erstmals ohne Dreier, behauptet sich jedoch mit großer Effizienz im Abschluss und bleibt im oberen Tabellendrittel präsent.
Rollen der Nationalspieler und Klopp-Nominierungen
Besondere Aufmerksamkeit gilt den frisch von Bundestrainer Jürgen Klopp berufenen Akteuren Younes Ebnoutalib, Jonathan Burkardt, Noah Atubolu und Derry Scherhant. Die Nominierungen unterstreichen den Trend, verstärkt auf formstarke Spieler aus der Bundesliga zu setzen. Für Frankfurt ist es ein Signal wachsender Bedeutung im DFB-Kosmos, da gleich mehrere Profis in den erweiterten Kreis der Nationalelf aufrücken. Für Freiburg bestätigt Scherhants Auftritt die Durchlässigkeit für junge Offensivkräfte, die sich auch auf höchstem Niveau behaupten.
Auswirkungen auf Eintracht und SC Freiburg
Für Eintracht-Coach Adi Hütter bedeutet das Remis, dass seine Mannschaft zwar weiter an Stabilität arbeitet, aber taktisch bereits in der Lage ist, einen laufstarken Gegner mit Tempo und klaren Abläufen zu bespielen. Die vergebenen Chancen kurz vor Schluss zeigen allerdings, dass die Effizienz noch Steigerungspotenzial hat. Freiburg nimmt aus der Partie die Erkenntnis mit, dass die Offensive auch gegen gut organisierte Gegner Lösungen findet, während die Defensive bei schnellen Umschaltmomenten verwundbar bleibt. Vor der Länderspielpause markiert das Spiel damit einen wichtigen Fingerzeig, wie eng die Spitzengruppe der Bundesliga in dieser Saison beieinanderliegt.
