Eintracht Frankfurt verliert 0:6: Hütter nimmt Koch vom Platz
Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 10:57 Uhr | dpa, AD HOC NEWSFrankfurts Abwehr unter Druck
- Adi Hütter stellte Robin Koch im Spiel bei RB Leipzig zur Halbzeit aus und begründete dies mit seiner Rolle als Abwehrchef.
- Die Eintracht kassierte am 10. Oktober 2026 in Leipzig sechs Gegentore und verlor mit 0:6.
- Nach fünf Bundesliga-Spieltagen hat Frankfurt fünf Punkte und 16 Gegentore gesammelt.
- Am Freitag empfängt die Eintracht den 1. FC Köln und will die Defensivprobleme aufarbeiten.
Eintracht Frankfurt hat bei RB Leipzig mit 0:6 verloren und damit die Krise in der Defensive verschärft.
Schon früher Rückstand
Die Mannschaft lag bereits nach fünf Minuten mit 0:2 zurück. Zwei weitere Gegentore kurz vor der Halbzeit sorgten für einen 0:4-Rückstand und brachen nach Einschätzung der Beteiligten die Moral.
Jonathan Burkardt nahm nach der Partie die Führungsspieler und sich selbst in die Verantwortung. Für ihn sei die Lage keine System- oder Personalfrage, sondern eine Frage der Einstellung und Verantwortung.
Hütter setzt auf ein Signal
Trainer Adi Hütter kritisierte die Defensivleistung deutlich und bezeichnete sie als nicht bundesligatauglich. Die Eintracht habe bereits in der vergangenen Saison 65 Gegentore kassiert, nun wiederhole sich das Problem.
Hütter stellte während der Partie von einer Dreier- auf eine Viererkette um. Eine Verbesserung brachte der Wechsel nicht; Torhüter Noah Atubolu sagte, zeitweise habe es sich angefühlt, als spiele Frankfurt mit zwei Mann weniger.
Koch verliert die Kapitänsrolle auf dem Platz
Kapitän Robin Koch musste zur Halbzeit weichen. Hütter erklärte, er habe mit der Auswechslung ein Zeichen setzen und den Abwehrchef von seiner Aufgabe erlösen wollen.
Der Trainer sieht nun vor allem mentale Arbeit als notwendig an. Leidenschaft und Gier müssten zurückkommen, während er die Spieler in den kommenden Tagen als Trainer unterstützen und an die Hand nehmen wolle.
Umbruch erhöht den Druck
Im Sommer veränderte Frankfurt seine Defensive. Nathaniel Brown, Rasmus Kristensen und Aurèle Amenda wurden verkauft. Hütter räumte nach dem 0:6 ein, dass es für die Leistung nur wenige Argumente gebe, betonte aber seinen Glauben an die Mannschaft.
Schon am Freitag steht das nächste Bundesligaspiel gegen den 1. FC Köln an. Die Eintracht hat in dieser Saison zu Hause noch nicht gewonnen.
Defensive als zentrale Baustelle
Das 0:6 verschärft ein Problem, das Frankfurt bereits in der Vorsaison begleitet hat. Damals kassierte die Eintracht 65 Gegentore. Nach fünf Bundesligaspielen stehen nun 16 Gegentreffer zu Buche – ein Wert, der den Fehlstart nicht nur als Offensivproblem erscheinen lässt.
Der personelle Umbruch in der Abwehr erhöht den Anpassungsdruck. Mit Nathaniel Brown, Rasmus Kristensen und Aurèle Amenda verließen im Sommer mehrere Spieler den Klub, die zuvor Stabilität geben sollten. Der Wechsel von der Dreier- zur Viererkette während des Spiels zeigt zugleich, dass Hütter kurzfristig nach Lösungen sucht, ohne dass ein Systemwechsel die grundlegenden Abstimmungs- und Einstellungsprobleme automatisch behebt.
Kurze Frist bis zum nächsten Spiel
Für Frankfurt bleibt wenig Zeit zur Aufarbeitung: Bereits am Freitag folgt das Heimspiel gegen den 1. FC Köln. Gerade weil die Eintracht zu Hause bislang nicht gewonnen hat, wird die Partie zu einem unmittelbaren Test für die Reaktion der Mannschaft. Entscheidend ist, ob die Führungsspieler nach dem öffentlichen Selbstkritik-Kurs wieder defensive Ordnung und Verantwortungsübernahme herstellen.
Die Auswechslung von Kapitän Robin Koch macht die interne Hierarchie zur sportlichen Frage. Hütter hat damit ein deutliches Signal gesetzt. Für die Mannschaft geht es nun nicht nur um ein Ergebnis, sondern darum, die vom Trainer geforderte Leidenschaft und Gier im nächsten Pflichtspiel sichtbar umzusetzen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
DER SPIEGEL: „Fußball-Bundesliga: RB Leipzig demontiert Eintracht Frankfurt dank Christopher Nkunku“ (10.10.2026)
Der Bericht hebe den 6:0-Erfolg als Befreiungsschlag für Leipzig und als Verschärfung der Frankfurter Krise hervor. Anders als die dpa-Meldung zur Abwehrarbeit rücke er vor allem Nkunkus Hattrick, Leipzigs Tabellenplatz fünf und den Druck auf Trainer Martin Demichelis in den Mittelpunkt.
MDR: „RB Leipzig erneut mit 6:0-Gala gegen Eintracht Frankfurt“ (10.10.2026)
Der MDR-Bericht bestätige den klaren Leipziger Sieg und betone zusätzlich, dass Frankfurt bereits in der Vorsaison mit 0:6 gegen RB verloren habe. Im Unterschied zur dpa-Meldung schildere er ausführlicher den Spielverlauf sowie Leipzigs Vorbereitung auf die Champions-League-Partie gegen Eindhoven.
Beide Berichte bestätigten das Ergebnis und die deutliche Überlegenheit Leipzigs. Während sie den Hattrick und die sportliche Erleichterung bei RB hervorhöben, konzentriere sich die dpa-Meldung auf Frankfurts defensive Krise, die Rolle des Kapitäns und die kurze Frist bis zum nächsten Spiel.

