Nullnummer im Stadtduell: 0:0 zwischen St. Pauli und HSV
23.01.2026 - 22:37:00Im «KĂŒhlschrank» Millerntor-Stadion suchten die Spieler des FC St. Pauli und der Hamburger SV nach dem 113. Stadtduell Jacken und Decken, um sich bei minus vier Grad aufzuwĂ€rmen. Nach einem lange schwachen und eher leidenschaftslosen Stadtderby trennten sich beide Mannschaften 0:0. Ein Remis, das keinem der beiden Teams im Abstiegskampf der FuĂball-Bundesliga wirklich hilft. Sowohl St. Pauli als auch der HSV stecken im Tabellenkeller fest.
Die GĂ€ste verpassten damit auch die Revanche fĂŒnf Monate nach dem 0:2 gegen den Rivalen aus der Nachbarschaft in der Hinrunde. Immerhin verteidigte der Aufsteiger seinen Vorsprung von fĂŒnf ZĂ€hlern auf den Kiezclub.
St. Paulis Trainer Blessin frustriert: «Einfach zu wenig»Â
Beide Mannschaften zeigten auch, warum es fĂŒr sie in dieser Saison nur gegen den Abstieg geht. Nach einer erschreckend schwachen ersten HĂ€lfte wurde es erst nach der Pause intensiver. Dabei hatte der FC St. Pauli die besseren Chancen.
«Wir haben zu wenig getan - vor allem in der ersten Halbzeit», sagte St. Paulis Coach Alexander Blessin bei Sky und fĂŒgte hinzu: «FĂŒr ein Derby ist das einfach zu wenig.» Auch HSV-Abwehrchef Luka Vuskovic haderte nach dem Spiel: «Ich bin schon enttĂ€uscht. Ich denke, wir hĂ€tten drei Punkte verdient gehabt, so wie wir gespielt haben.»
Friedliche FanmÀrsche vor dem Spiel
Vor der Partie hatten sich beide Fanlager mit jeweils einem Marsch zum Millerntor-Stadion eingestimmt. Nach Angaben der Polizei blieb es weitgehend ruhig. Die Polizei sicherte das als Risikospiel eingestufte Duell mit einem groĂen Aufgebot ab.
Bei Temperaturen um minus vier Grad boten beide Mannschaften in der ersten Halbzeit wenig ErwĂ€rmendes fĂŒr die 29.183 Zuschauer. Der HSV erarbeitete sich im Mittelfeld ein Ăbergewicht, gewann dort die Mehrzahl der ZweikĂ€mpfe. Doch ganz nach vorn brachten die GĂ€ste ebenso wenig zustande wie die Gastgeber.
Beide Teams waren erschreckend schwach. Gespielt wurde kaum, allenfalls gekĂ€mpft. Eindrucksvoll zeigten sie, warum sie neben dem 1. FC Heidenheim die ungefĂ€hrlichsten Mannschaften in der Bundesliga sind. Wenn es ĂŒberhaupt zu TorabschlĂŒssen kam, waren diese harmlos - oder die Spieler standen im Abseits.
Foul als gröĂter Aufreger in HĂ€lfte eins
So war vor der Pause der einzige Aufreger ein rĂŒdes Foul von St. Paulis Adam Dzwigala an HSV-Offensiv-Mann Alexander RĂžssing-Lelesiit (7.). Dzwigala sah Gelb, der junge Norweger spielte noch einige Minuten, musste dann aber gegen Fabio BaldĂ© ausgewechselt werden.
Zur zweiten Halbzeit sorgten die Fans beider Lager fĂŒr eine Verzögerung, als nach dem Abbrennen von Pyro dicke Rauchschwaden durch das Stadion zogen. Der HSV war nach dem Seitenwechsel zunĂ€chst weiter optisch ĂŒberlegen. Doch der FC St. Pauli kam zunehmend besser ins Spiel. Durch die Hereinnahme des flinken Ricky-Jade Jones gab es mehr Zug zum Tor.
St. Pauli wird stÀrker
Doch die erste gefĂ€hrliche Situation des Spiels ĂŒberhaupt hatten die GĂ€ste. Nach einem Eckball scheiterte Vuskovic (54.) mit einem Kopfball an St. Paulis Torwart Nikola Vasilj. Da St. Pauli immer stĂ€rker wurde, reagierte HSV-Trainer Merlin Polzin, tauschte seinen Angriff komplett aus und brachte Robert Glatzel, Rayan Philippe und Jean-Luc DompĂ©.Â
Polzins St. Pauli-Kollege Blessin hatte zuvor den zuletzt verletzten KapitĂ€n Jackson Irvine und den wiedergenesenden Danel Sinani fĂŒr Mittelfeld-Impulse aufs Feld geschickt. Diese beiden Personalien brachten noch einmal Schwung. So scheiterte Sinani (80.) an HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes, den Nachschuss verzog Louis Oppie. Zwei Minuten spĂ€ter war es Arkadiusz Pyrka, dessen Schuss ebenso Heuer Fernandes abwehrte. Das war's.





















