Weltpolitik, Nahrungsmittel

Ministerin sieht Entwicklungspolitik im Umbruch

09.05.2026 - 08:27:27 | dts-nachrichtenagentur.de

Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) sieht die Entwicklungspolitik weltweit im Umbruch.Wichtige Akteure orientierten sich neu, sagte sie der "Rheinischen Post".

Reem Alabali Radovan am 06.05.2026 - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Reem Alabali Radovan am 06.05.2026 - Foto: via dts Nachrichtenagentur
China betreibe Entwicklungszusammenarbeit als knallhartes GeschĂ€ft. Auch die USA gingen seit der Zerschlagung ihrer Entwicklungsbehörde USAID Anfang 2025 mehr in Richtung Deals mit schneller Eigenrendite. "Mir ist das zu kurz gedacht", sagte die Ministerin. Es sei wichtig, dass man auf StabilitĂ€t, Resilienz und PrĂ€vention setze. "Und wenn wir PandemieausbrĂŒche in anderen Teilen der Welt verhindern, GeflĂŒchteten in ihrer Heimatregion Perspektiven verschaffen oder faire Wirtschaftskooperationen stĂ€rken, dann nĂŒtzt das ja eben immer auch unserer Sicherheit und unserer Wirtschaft."

Die Ministerin Ă€ußerte sich auch zu den Folgen des Iran-Kriegs. Die Blockade von Hormus habe weltweit gravierende Folgen, besonders fĂŒr Ă€rmere LĂ€nder im Globalen SĂŒden. Grundnahrungsmittel wĂŒrden dort fĂŒr viele unbezahlbar und fehlender DĂŒnger gefĂ€hrde die nĂ€chste Ernte; 20 bis 30 Prozent der DĂŒngemittelausfuhren erfolgten ĂŒber diese Wasserstraße. Das WelternĂ€hrungsprogramm warne deshalb, dass weitere bis zu 45 Millionen Menschen dadurch nicht mehr genug zu essen haben könnten. Sie habe den Eindruck, dass die Dramatik der Situation noch nicht ĂŒberall angekommen sei. Und jeder weitere Tag der Blockade mache die Lage schlimmer. Deshalb mĂŒssten alle diplomatischen BemĂŒhungen darauf gerichtet sein, die Situation zu lösen.

Auf die Frage nach den KĂŒrzungen ihres Etats sagte Alabali Radovan, ihr sei wichtig, dass Deutschland verlĂ€sslich bleibe. Sie habe deshalb eine Reform der deutschen Entwicklungspolitik eingeleitet, um auch mit begrenzteren Mitteln möglichst viel erreichen zu können. Aber natĂŒrlich seien die vereinbarten KĂŒrzungen sehr schmerzhaft, zumal im letzten Jahr zusĂ€tzliche Krisen wie der Iran-Krieg hinzugekommen seien. Außerdem zögen sich wichtige Geber wie die USA zurĂŒck - mit dramatischen Folgen.

Die Ministerin kĂŒndigte an, die Entwicklungszusammenarbeit durch ihre Reform "zukunftsfest" zu machen. Einen Schwerpunkt setze sie auf die ErnĂ€hrungssicherheit - etwa mit einem SchulernĂ€hrungsprogramm, das bis 2030 insgesamt 100 Millionen Kinder erreichen solle. Man bleibe beim Wiederaufbau der Ukraine, in Syrien und perspektivisch in Gaza engagiert. Außerdem wolle man die Partnerschaft mit dem globalen SĂŒden weiter stĂ€rken und auf Augenhöhe zusammenarbeiten - auch deshalb werde man eine entwicklungspolitische Nord-SĂŒd-Kommission einberufen.

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
de | politik | 69296389 |

Weitere Meldungen

IW rÀt EU zu Handelsabkommen mit Golfstaaten Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) rÀt der EU, trotz des Nahostkriegs den Handel mit den Golfstaaten zu stÀrken. (Wirtschaft, 07.05.2026 - 13:00) weiterlesen...

Österreich hĂ€lt europĂ€ische Übergewinnsteuer fĂŒr möglich Österreich setzt trotz der Absage der EU-Kommission weiter auf eine europĂ€ische Übergewinnsteuer fĂŒr Mineralölkonzerne und hĂ€lt eine Einigung noch fĂŒr möglich."SelbstverstĂ€ndlich steht Österreich weiterhin hinter der Initiative, wird auch weiterhin die erhobenen Forderungen unterstĂŒtzen und ist zuversichtlich, dass das letzte Wort in dieser Frage noch nicht gesprochen ist", sagte ein Sprecher von Österreichs Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung".Vor allem, weil die unmittelbaren Auswirkungen des Krieges - unter anderem die steigenden Öl- und Gaspreise - immer noch deutlich spĂŒrbar seien und ein Ende des Konflikts derzeit nicht absehbar sei. (Politik, 06.05.2026 - 06:34) weiterlesen...

SPD fordert Digitalsteuer als Gegenmaßnahme im US-Handelsstreit Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sebastian Roloff, fordert von der EuropĂ€ischen Union eine harte Gegenreaktion auf die neuen Zollandrohungen von US-PrĂ€sident Donald Trump."Es braucht Gegenmaßnahmen, die den USA verdeutlichen, dass sie ebenso auf einen reibungslosen Welthandel angewiesen sind", sagte Roloff dem "Handelsblatt" (Montagausgabe). (Ausland, 03.05.2026 - 17:44) weiterlesen...

DIW fordert EU-Gegenzölle gegen Trump Der PrĂ€sident des Deutschen Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, fordert die EuropĂ€ische Union zu einer harten Gegenreaktion auf die neuen Zollandrohungen von US-PrĂ€sident Donald Trump auf."Trump ist im Augenblick innenpolitisch schwach, daher ist dies spĂ€testens jetzt der Zeitpunkt, um mit Gegenzöllen und insbesondere durch die Besteuerung von US-Tech-Unternehmen Nachteile auszugleichen und sich in eine bessere Verhandlungsposition zu bringen", sagte Fratzscher dem "Handelsblatt" (Montagausgabe).Trump hatte angekĂŒndigt, die Zölle auf Autos und Lastwagen aus der EuropĂ€ischen Union auf 25 Prozent zu erhöhen. (Ausland, 03.05.2026 - 14:05) weiterlesen...

Söder mahnt mehr Tempo in schwarz-roter Koalition an Bayerns MinisterprÀsident Markus Söder (CSU) fordert mehr Tempo von der schwarz-roten Bundesregierung. (Politik, 03.05.2026 - 00:00) weiterlesen...

Ifo-PrĂ€sident warnt vor Rezession durch US-Strafzölle Nachdem US-PrĂ€sident Donald Trump die Erhebung neuer Strafzölle fĂŒr die EuropĂ€ische Union angekĂŒndigt hat, warnt das MĂŒnchener Ifo-Institut vor einem rĂŒcklĂ€ufigen Wirtschaftswachstum in Deutschland im laufenden Jahr, sollte die EU ihrerseits mit Zöllen fĂŒr US-Produkte reagieren."Falls daraus ein neuer Handelskrieg wird, droht Deutschland 2026 eine Rezession, sagte Ifo-PrĂ€sident Clemens Fuest der "Bild am Sonntag".Die USA wollen laut Trump den Zoll auf Auto- und Lastwagenimporte aus der EuropĂ€ischen Union in die USA von 15 auf 25 Prozent erhöhen. (Ausland, 03.05.2026 - 00:00) weiterlesen...