Durchsuchung bei Deutscher Bank: Verdacht auf GeldwÀsche
28.01.2026 - 14:33:32Razzia bei der Deutschen Bank: Wegen des Verdachts der GeldwĂ€sche durchsucht die Justiz die Zentrale des gröĂten deutschen Geldhauses in Frankfurt sowie einen Standort der Bank in Berlin - und das ausgerechnet am Tag vor der Bilanzvorlage des Dax-Konzerns fĂŒr 2025. Beschuldigt werden unbekannte Verantwortliche und Mitarbeiter, wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt mitteilte.
Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft fĂŒr Wirtschaftsstrafsachen Frankfurt am Main fĂŒhrt die Ermittlungen gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt (BKA). Hintergrund sind frĂŒhere GeschĂ€ftsbeziehungen des Instituts zu auslĂ€ndischen Gesellschaften, die ihrerseits im Verdacht stehen, GeldwĂ€sche betrieben zu haben.
Bei den Durchsuchungen sollten nach Angaben der Ermittler zusĂ€tzliche Beweise gesichert werden. Nach Informationen des «Spiegel», der zuvor darĂŒber berichtet hatte, betraten um kurz nach 10 Uhr etwa 30 Ermittler in Zivil den Sitz der Bank in der Frankfurter Innenstadt.
Bilanzvorlage im Schatten der GeldwÀscheermittlungen
An der Börse gab der Aktienkurs der Deutschen Bank nach Bekanntwerden der Durchsuchungen zeitweise um rund drei Prozent nach. Die Zahlenvorlage des Dax-Konzerns an diesem Donnerstag steht damit unter keinem guten Stern: Zwar erwarten Analysten, dass das Institut seinen Gewinn 2025 deutlich auf knapp 6 Milliarden Euro gesteigert hat. Doch nun muss sich Vorstandschef Christian Sewing auf kritische Fragen zur Razzia einstellen.
Bank bestÀtigt Durchsuchungen
Der genaue Anlass der Durchsuchungen blieb zunĂ€chst unklar. «Zu dem Hintergrund der GeschĂ€ftsbeziehungen, den ĂŒber die Deutsche Bank AG erfolgten Transaktionen und deren Umfang sowie zu den Gesellschaften selbst, können keine weiteren Angaben gemacht werden», erklĂ€rte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur geht es um GeschĂ€fte im verschachtelten Firmenkonglomerat des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch aus den Jahren 2013 bis 2018. Einem Bericht der «SĂŒddeutschen Zeitung» zufolge werfen die Ermittler der Deutschen Bank vor, eine oder mehrere GeldwĂ€sche-Verdachtsmeldungen zu Abramowitschs Firmen verspĂ€tet an die Behörden ĂŒbergeben haben.
Name Abramowitsch fÀllt - der wehrt sich
Abramowitsch, der seit 2022 auf der Sanktionsliste der EU steht, lieĂ ĂŒber einen Anwalt mitteilen, ihm seien keine Ermittlungen deutscher Behörden in dieser Angelegenheit bekannt. «Herr Abramowitsch hat stets im Einklang mit den geltenden nationalen und internationalen Gesetzen und Vorschriften gehandelt.» Jede gegenteilige Behauptung sei falsch und rufschĂ€digend.
Ein Sprecher der Deutschen Bank bestĂ€tigte die Durchsuchungen auf Anfrage, ohne weitere Details zu nennen: «Wir bestĂ€tigen, dass in den GeschĂ€ftsrĂ€umen der Deutschen Bank derzeit eine MaĂnahme der Staatsanwaltschaft Frankfurt durchgefĂŒhrt wird», teilte der Sprecher mit. «Die Bank arbeitet vollumfĂ€nglich mit der Staatsanwaltschaft zusammen. Wir bitten um VerstĂ€ndnis, dass wir uns darĂŒber hinaus nicht Ă€uĂern.»
Schon öfter Ărger mit AufsichtÂ
VorwĂŒrfe, beim Thema GeldwĂ€sche nicht genau genug hinzuschauen und Verdachtsanzeigen zu spĂ€t abzugeben, haben der Deutschen Bank wiederholt Ărger eingebrockt. Ende April 2022 zum Beispiel durchsuchten Ermittler von Staatsanwaltschaft, BKA und Bafin die Zentrale der Bank in Frankfurt.
Bankmitarbeiter sind per Gesetz verpflichtet, bei einem Verdacht, dass Kunden Gelder aus kriminellen GeschĂ€ften waschen wollen oder dass Transaktionen im Zusammenhang mit Terrorismusfinanzierung stehen, dies unverzĂŒglich zu melden. HĂ€ufig betreffen solche Verdachtsanzeigen den Korrespondenzbankbereich. Dort hilft die Deutsche Bank mit ihrer globalen Reichweite anderen GeldhĂ€usern bei der Abwicklung des Zahlungsverkehrs.Â
Die Finanzaufsicht Bafin schickte der Bank zeitweise einen Sonderbeauftragten ins Haus, der Fortschritte beim Kampf gegen GeldwĂ€sche und Terrorismusfinanzierung ĂŒberwachen sollte - seinerseits ein Novum in der deutschen Bankenbranche. Ende 2024 wurde der Sonderbeauftragte abgezogen.







