Neues Verfahren gegen Ex-Steinhoff-Manager
15.02.2024 - 14:14:43 | dpa.deDas neue Verfahren am Landgericht Oldenburg beginnt am Montag, wie ein Gerichtssprecher am Donnerstag mitteilte. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 64-JĂ€hrigen vor, mehr als 26 Millionen Euro Steuern verkĂŒrzt zu haben.
Die Taten sollen sich zwischen Oktober 2008 und August 2012 ereignet haben. Der GeschĂ€ftsfĂŒhrer von europĂ€ischen Firmen des Möbel-Konzerns soll gegenĂŒber den Finanzbehörden falsche Angaben gemacht haben. Auf diese Weise habe er Steuern in Höhe von mehr als 26 Millionen Euro verkĂŒrzt. Ein Urteil könnte Mitte Mai fallen.
Gegen den Ex-Manager fielen schon zwei Urteile
Es ist nicht das erste Verfahren gegen den 64-JÀhrigen. Anfang September hatte ihn das Landgericht Oldenburg wegen privater Steuerhinterziehung in Millionenhöhe verurteilt. Er hatte Bonuszahlungen des Steinhoff-Konzerns bewusst verschwiegen und dadurch rund 2,9 Millionen Euro erlangt. Er muss deshalb drei Jahre und drei Monate ins GefÀngnis und eine Geldstrafe von 720 TagessÀtzen zu je 350 Euro zahlen.
Wenige Wochen zuvor hatte das Landgericht den Mann schon in einem anderen Verfahren rund um den Bilanzskandal beim Möbelkonzern verurteilt. Der ehemalige Manager der Unternehmensgruppe wurde fĂŒr zwei FĂ€lle unrichtiger Darstellung in Bilanzen mit zwei Jahren auf BewĂ€hrung bestraft. Sein Kollege wurde zu drei Jahren und sechs Monaten fĂŒr unrichtige Darstellung in Bilanzen in zwei FĂ€llen und fĂŒr eine Beihilfe zu Kreditbetrug verurteilt.
Nach einem anderen Angeklagten wird gefahndet
AuĂer den zwei Managern waren auch der frĂŒhere Vorstandschef der Steinhoff International Holdings, Markus Jooste, und ein TreuhĂ€nder angeklagt. Das Verfahren gegen den TreuhĂ€nder wurde gegen eine Zahlung eingestellt. Jooste war zum Prozess nicht erschienen. Er sei weiter zur Fahndung ausgeschrieben, sagte ein Gerichtssprecher.
Steinhoff, aufgebaut von Bruno Steinhoff aus Westerstede, galt lange als Europas zweitgröĂter Möbelkonzern. In Deutschland war die Firma fĂŒr die Kette Poco bekannt, die mittlerweile an den Konkurrenten XXXLutz verkauft worden ist. Das Bekanntwerden der Bilanzmanipulationen vernichtete 2017 den Börsenwert des Unternehmens fast vollstĂ€ndig. Die weltweit agierende Steinhoff International Holdings hat inzwischen ihren Hauptsitz in Amsterdam und wird aus SĂŒdafrika gesteuert.
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