LĂ€nder, Inhaftierte

LĂ€nder wollen Inhaftierte wegen Cannabis-Gesetz freilassen

15.02.2024 - 06:39:14

Erste BundeslÀnder wollen mit Inkrafttreten des neuen Cannabis-Gesetzes zum 1.

April zahlreiche Inhaftierte aus den GefĂ€ngnissen entlassen. Das berichtet die "Bild" (Donnerstagsausgabe). Zugleich sollen viele laufende Verfahren wegen Cannabis-Besitzes eingestellt werden. Eine Sprecherin des nordrhein-westfĂ€lischen Justizministers Benjamin Limbach (GrĂŒne) sagte der Zeitung: "Mit dem Inkrafttreten des Cannabis-Gesetzes wird nach dem derzeitigen Stand die Strafvollstreckung gegen Personen unzulĂ€ssig werden, die wegen einer kĂŒnftig straffreien Tat verurteilt wurden. Konkret bedeutet dies, dass zu dem Stichtag des 01. April 2024 sĂ€mtliche entsprechende Inhaftierte freizulassen sind und die Geldstrafenvollstreckung einzustellen ist." Grund sei eine rĂŒckwirkende Straffreiheit.

Dies mĂŒssten die Staatsanwaltschaften vorbereiten, "indem sie sĂ€mtliche laufenden Vollstreckungsverfahren darauf hin ĂŒberprĂŒfen, ob wegen kĂŒnftig straffreien Verhaltens vollstreckt wird, das zur Zeit der Verurteilung noch eine BetĂ€ubungsmittelstraftat darstellte", sagte die Sprecherin. Auch Niedersachsens Justizministerin Kathrin Wahlmann (SPD) rechnet mit der Entlassung von HĂ€ftlingen, weil Strafen im Zusammenhang mit dem neuen Gesetz nicht weiter vollstreckt werden dĂŒrften. "Konkret mĂŒssen die Staatsanwaltschaften kurzfristig alle Akten, die im Zusammenhang mit BetĂ€ubungsmittelstraftaten stehen, daraufhin durchsehen, ob eine Verurteilung wegen Besitzes oder Handels mit Cannabis in einer Menge von bis zu 25 Gramm enthalten ist", sagte sie der "Bild". Wenn das der Fall sei, dĂŒrfe die Strafe nicht weiter vollstreckt werden. "Ist die Strafe Bestandteil einer sogenannten Gesamtstrafe aus mehreren Straftaten, so muss das Gericht diese Strafe auflösen und neu bilden." Das sei ein "ungeheurer Aufwand", sagte Wahlmann: "Wir sprechen allein in Niedersachsen von rund 16.000 Akten." Wahlmann forderte die Ampel-Koalition zu Änderungen auf: "Sowohl der Zeitdruck als auch die Mehrbelastung als solche, die der Bund uns auferlegen will, ist Ausdruck der Ignoranz gegenĂŒber der ohnehin schon zu hohen Belastung der Strafjustiz. Ich appelliere an die Bundesebene, den Blick ĂŒber die Legalisierungspolitik hinaus auf das große Ganze zu richten und hier noch Kompromissbereitschaft zu zeigen."

@ dts-nachrichtenagentur.de