AfD-Landtagsfraktion, Kompromiss

AfD-Landtagsfraktion: Kompromiss bei PrÀsidentenwahl möglich

25.09.2024 - 15:53:04 | dpa.de

Erstmals ist die AfD stĂ€rkste Fraktion in einem Landesparlament. Diese Position will sie bei der Wahl eines ThĂŒringer LandtagsprĂ€sidenten ausspielen. Doch sie hĂ€lt sich eine TĂŒr offen.

AfD-ParlamentsgeschĂ€ftsfĂŒhrer Braga schließt Kompromiss bei LandtagsprĂ€sidenten-Wahl nicht aus - Foto: Martin Schutt/dpa

Die AfD pocht einen Tag vor der ersten Sitzung des ThĂŒringer Landtags als stĂ€rkste Fraktion auf ihrem Vorschlagsrecht fĂŒr die Wahl eines neuen LandtagsprĂ€sidenten. Ihr parlamentarischer GeschĂ€ftsfĂŒhrer Torben Braga schloss aber auch ein Kompromissangebot der AfD nicht aus. Die AfD stellt in ThĂŒringen erstmals in einem Landesparlament die stĂ€rkste Fraktion. 

Er sei pragmatisch genug, dass ein PrĂ€sidentenkandidat der AfD im ThĂŒringer Parlament keine Mehrheit finden werde, sagte Braga in Erfurt. Er sei jedoch optimistisch, «dass eine Lösung gefunden wird». «Es gibt Möglichkeiten, Kompromisse zu treffen.» Wie die aussehen könnten, ließ Braga offen. Er schloss aber nicht aus, dass die AfD im Rahmen eines Kompromisses auch einen Posten als Vize-LandtagsprĂ€sidenten akzeptieren könnte.

Braga schloss aus, dass die Fraktion bei einer fĂŒr die AfD erfolglosen PrĂ€sidentenwahl immer neue Mitglieder ihrer Faktion vorschlagen wird. «Die AfD beabsichtigt nicht, sĂ€mtliche ihrer Mitglieder zur Wahl vorzuschlagen.» 

Notfalls Entscheidung durch Verfassungsgericht 

Vertreter der Fraktionen von CDU, BSW, Linke und SPD erklĂ€rten erneut, keinen AfD-Kandidaten fĂŒr das LandtagsprĂ€sidentenamt zu wĂ€hlen. Die AfD hat nach der bisherigen GeschĂ€ftsordnung als grĂ¶ĂŸte Fraktion mit 32 Abgeordneten das Vorschlagsrecht fĂŒr das Amt, ohne dessen Besetzung das Parlament nicht arbeitsfĂ€hig ist.

Die vier anderen Faktionen wollen zu Beginn der Sitzung eine Änderung der GeschĂ€ftsordnung erreichen, nach der der LandtagsprĂ€sident aus der Mitte des Parlaments gewĂ€hlt wird und damit alle Fraktionen PersonalvorschlĂ€ge unterbreiten könnten. Das lehnt die AfD ab. Braga kĂŒndigte an, dass seine Fraktion im Zweifel das Landesverfassungsgericht zur KlĂ€rung der unterschiedlichen Rechtspositionen anrufen werde.

 

 

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