Rechnungshof: Ministerium nicht auf Pandemie vorbereitet
18.09.2024 - 17:16:00Der Bundesrechnungshof sieht das Bundesgesundheitsministerium unzureichend auf eine kĂŒnftige Pandemie vorbereitet. Das geht aus einem Bericht des Rechnungshofs hervor, den der Haushaltsausschuss des Bundestags am Mittwoch via Brief erhielt. Zuerst berichtete «t-online» darĂŒber. Der Brief liegt auch der Deutschen Presse-Agentur vor. In dem Bericht mit dem Titel «Bundesministerium fĂŒr Gesundheit ist auf kĂŒnftige Pandemien nicht ausreichend vorbereitet» heiĂt es, die Zahl der physisch vorhandenen Intensivbetten sinke kontinuierlich. Auch gebe es keinen neuen nationalen Pandemieplan.
Laut Bundesrechnungshof hĂ€tten Mittel, die zum Aufbau von Intensivbetten an die BundeslĂ€nder ausgeschĂŒttet wurden, «rechnerisch zu einem KapazitĂ€tszuwachs von etwa 13.700 Intensivbetten fĂŒhren mĂŒssen». Seit Oktober 2020 sinke die Zahl der betriebsbereiten und kurzfristig einsetzbaren Betten jedoch aufgrund von mangelndem Pflegepersonal.Â
Wie viele Intensivbetten gibt es?
Der Rechnungshof stellte fest, dass das von Karl Lauterbach (SPD) gefĂŒhrte Ministerium die Anzahl der tatsĂ€chlich vorhandenen Intensivbetten in den KrankenhĂ€usern nicht verlĂ€sslich beziffern könne. Dies sei fĂŒr die Vorbereitung auf kĂŒnftige Pandemien bedeutsam. «Damit fehlt es an einem zentralen Merkmal einer ausreichenden Pandemievorsorge», schloss der Rechnungshof. Allerdings falle die Vorbereitung auf eine Pandemie auch nicht in die alleinige ZustĂ€ndigkeit des Gesundheitsministeriums, so die PrĂŒfer.
Laut Bericht ist der nationale Pandemieplan bisher nicht grundlegend ĂŒberarbeitet worden. Seit MĂ€rz 2020 habe das Robert Koch-Institut (RKI) den 2017 veröffentlichten Plan zur Vorbereitung auf eine Influenza-Pandemie durch sogenannte Covid-19-Strategiepapiere ergĂ€nzt. «Eine grundlegende Ăberarbeitung steht aber aus», heiĂt es. AuĂerdem halte der Bundesrechnungshof an seiner EinschĂ€tzung fest, dass die Corona-Pandemie stringent aufzuarbeiten sei.


