Warnstreiks, Nahverkehr

Warnstreiks im Nahverkehr in sechs BundeslÀndern

19.02.2025 - 12:38:33

Es geht um Löhne und Arbeitszeit von Millionen BeschĂ€ftigten von Bund und Kommunen. Ein Kompromiss ist nicht in Sicht. Jetzt erhöhen die Gewerkschaften den Druck. Pendler werden es am Freitag spĂŒren.

  • Am Freitag wird in mehreren BundeslĂ€ndern der Nahverkehr bestreikt. (Symbolbild)  - Foto: Soeren Stache/dpa

    Soeren Stache/dpa

  • Am Freitag wird in mehreren BundeslĂ€ndern der Nahverkehr bestreikt. (Symbolbild)  - Foto: Soeren Stache/dpa

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Am Freitag wird in mehreren BundeslÀndern der Nahverkehr bestreikt. (Symbolbild)  - Foto: Soeren Stache/dpaAm Freitag wird in mehreren BundeslÀndern der Nahverkehr bestreikt. (Symbolbild)  - Foto: Soeren Stache/dpa

Pendlerinnen und Pendler mĂŒssen am Freitag in mehreren BundeslĂ€ndern mit AusfĂ€llen von Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnen rechnen. Nach der ergebnislosen zweiten Tarifrunde fĂŒr die BeschĂ€ftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen ruft die Gewerkschaft Verdi zu Warnstreiks im Nahverkehr in Baden-WĂŒrttemberg, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz auf. Die Aktionen sollten weitestgehend ganztags von Betriebsbeginn bis Betriebsende dauern, erklĂ€rte Verdi.

Insgesamt seien 53.000 BeschĂ€ftigte in 69 Unternehmen in StĂ€dten und Landkreisen betroffen, teilte die Gewerkschaft mit. «Die Situation der BeschĂ€ftigten im ÖPNV ist außerordentlich problematisch. Es gibt viel zu wenig Personal, so dass die Arbeitsverdichtung stĂ€ndig zunimmt», beklagte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle. FĂŒr die Belastung sei der Lohn zu niedrig, außerdem sei der Krankenstand hoch. 

Zeitgleich streiken am Freitag auch BeschÀftigte in anderen Tarifauseinandersetzungen im Nahverkehr, darunter Mitarbeiter der BVG in Berlin und BeschÀftigte in Mecklenburg-Vorpommern.

Weiterer Warnstreik bei Stadtwerken und MĂŒllverbrennung

FĂŒr Donnerstag ruft Verdi bundesweit zu Warnstreiks bei Stadtwerken, Wasserver- und Abwasserentsorgungsbetrieben sowie MĂŒllverbrennungsanlagen auf. Hier seien fĂŒr BĂŒrgerinnen und BĂŒrger allerdings zunĂ€chst keine direkten Auswirkungen zu erwarten, erklĂ€rte die Gewerkschaft. 

In diesen Branchen gebe es große Probleme, FachkrĂ€fte zu finden, teilte Verdi mit. Deshalb sei es dringend nötig, attraktive Arbeitsbedingungen zu schaffen. 

Was die Gewerkschaften erstreiten wollen

Verdi und der Beamtenbund dbb verhandeln mit dem Bund und den Kommunen ĂŒber Einkommen und Arbeitszeit von mehr als 2,5 Millionen BeschĂ€ftigten. Diese arbeiten nicht nur in der Verwaltung, sondern auch in Kitas, an Schulen und UniversitĂ€ten, im Nahverkehr, bei den Abfallbetrieben oder an FlughĂ€fen. Auch Feuerwehrleute und Bundespolizisten gehören dazu. 

Die Gewerkschaften wollen ein Lohnplus von acht Prozent, mindestens aber 350 Euro monatlich durchsetzen. In besonders belastenden Jobs wie im Gesundheitsbereich soll es höhere ZuschlĂ€ge geben. Außerdem wollen die Gewerkschaften drei zusĂ€tzliche freie Tage aushandeln. 

Die Arbeitgeber haben in den bisher zwei Verhandlungsrunden kein Angebot vorgelegt. Besonders die Kommunen warnen vor einer Überlastung und weisen auf die hohen Schulden vieler StĂ€dte und Gemeinden hin. 

Wie es weitergeht 

Der Termin fĂŒr die nĂ€chste Verhandlungsrunde steht bereits fest: Gewerkschaften, Bund und Kommunen treffen sich vom 14. bis 16. MĂ€rz in Potsdam. Bis dahin wollen die Gewerkschaften den Druck auf die Arbeitgeber deutlich erhöhen. In den kommenden Wochen könnte es daher vermehrt Warnstreik-Aktionen zum Beispiel auch in kommunalen Kitas geben.

@ dpa.de

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