Linke, MilliardÀren

Linke will Vermögen von MilliardÀren halbieren

08.02.2025 - 14:42:20

«Es sollte keine MilliardÀre geben», meint die Linke - und legt zwei Wochen vor der Bundestagswahl SteuervorschlÀge vor, mit denen Reiche zur Kasse gebeten werden sollen.

Die Linke hat im Wahlkampf einen FĂŒnf-Punkte-Plan vorgelegt, mit dem sie das Vermögen deutscher MilliardĂ€re innerhalb der nĂ€chsten zehn Jahre halbieren will. «Wir finden: Es sollte keine MilliardĂ€re geben», heißt es in dem Papier von Parteichef Jan van Aken, ĂŒber das zuerst das «Handelsblatt» berichtete und das der Parteivorstand am Samstag beschloss.

Die Linke fordert darin die WiedereinfĂŒhrung der Vermögensteuer, eine einmalige Vermögensabgabe fĂŒr Reiche sowie weitere SteuerverschĂ€rfungen. Die zusĂ€tzlichen Einnahmen sollen etwa in Bildung und den öffentlichen Nahverkehr fließen.

Vermögenssteuer mit ansteigendem Satz

Die Linke will demnach eine Vermögensteuer mit ansteigendem Satz: Ab einem Vermögen von einer Million Euro soll ein Prozent jĂ€hrlich fĂ€llig werden, ab 50 Millionen Euro fĂŒnf Prozent. Vermögen ĂŒber einer Milliarde Euro soll mit zwölf Prozent besteuert werden.

Dazu kommt in dem Konzept eine einmalige Abgabe fĂŒr die 0,7 Prozent reichsten BĂŒrger. Bei einem Vermögen oberhalb von zwei Millionen Euro soll sie mit zehn Prozent starten, bei höheren Vermögen sind steigende SĂ€tze bis 30 Prozent vorgesehen.

Mehr Abgaben bei großen Erbschaften

Steigen soll auch der Steuersatz fĂŒr besonders große Erbschaften und die sogenannte Reichensteuer fĂŒr besonders hohe Einkommen: Ab einem jĂ€hrlichen Einkommen von 250.000 Euro sollen 60 Prozent fĂ€llig werden, ab einer Million Euro 75 Prozent. KapitalertrĂ€ge sollen nicht mehr pauschal mit 25 Prozent besteuert werden, sondern progressiv wie Arbeitseinkommen.

Van Aken begrĂŒndet seinen Vorstoß auch mit einem Verweis auf die USA: «Die neue Regierung besteht aus Superreichen und Rechten, die alles dafĂŒr tun, ihr Vermögen und ihre Macht zu sichern.» Auch in Deutschland verschafften sich Superreiche mit ihrem Geld Gehör in der Politik, kritisierte er. 

Die Linke muss um den Wiedereinzug in den Bundestag zittern, konnte in Umfragen zuletzt aber etwas zulegen und liegt aktuell bei fĂŒnf bis sechs Prozent.

@ dpa.de