AsylantrÀge in der EU, EUAA

EU-AsylantrÀge sinken um 24,3 Prozent auf 452.969 AntrÀge

Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 04:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

In der EU sowie Norwegen und der Schweiz wurden bis Ende September deutlich weniger Schutzgesuche registriert als im Vorjahreszeitraum. Deutschland liegt bei den ZiellÀndern hinter Frankreich und Italien.

EU-AsylantrÀge sinken um fast ein Viertel
Asylbewerberunterkunft (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

In der EuropĂ€ischen Union sowie in Norwegen und der Schweiz sind die AsylantrĂ€ge in den ersten neun Monaten dieses Jahres deutlich zurĂŒckgegangen. Nach bisher unveröffentlichten Zahlen der Asylagentur der EuropĂ€ischen Union wurden 452.969 SchutzantrĂ€ge registriert, 24,3 Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum mit 598.575 AntrĂ€gen.

Deutschland liegt auf Platz drei

Deutschland verzeichnete seit Januar 70.257 AntrÀge und liegt damit bei den ZiellÀndern hinter Frankreich mit 98.822 und Italien mit 78.496 Schutzgesuchen. Die niedrigsten Werte meldeten Malta mit 294, die Slowakei mit 131 und Ungarn mit 83 AntrÀgen.

Afghanistan wichtigste Herkunft

In Deutschland kamen die meisten Antragsteller aus Afghanistan. Sie stellten 23 Prozent der AntrĂ€ge, gefolgt von syrischen Staatsangehörigen mit zwölf Prozent und tĂŒrkischen Staatsangehörigen mit zehn Prozent.

Venezuela und Bangladesch folgen europaweit

Im gesamten EU+-Raum fĂŒhrten Afghanen mit 52.361 AntrĂ€gen die Statistik an. Danach folgten Menschen aus Venezuela mit 37.294 und aus Bangladesch mit 26.497 AntrĂ€gen. Zudem stellten 6.420 russische Staatsangehörige einen Schutzantrag.

Ukrainer stellen vergleichsweise wenige AsylantrÀge

Insgesamt beantragten 12.182 Menschen aus der Ukraine Asyl. Die meisten ukrainischen Antragsteller wurden in Frankreich registriert, das 49 Prozent der AntrĂ€ge aus dieser Gruppe verzeichnete. Es folgten Polen mit 13 Prozent, RumĂ€nien mit sechs Prozent und Deutschland mit fĂŒnf Prozent.

Der RĂŒckgang der AsylantrĂ€ge betrifft den gesamten EU+-Raum, fĂ€llt aber zwischen den Staaten sehr unterschiedlich aus. Frankreich registrierte in den ersten neun Monaten die meisten AntrĂ€ge, wĂ€hrend Deutschland hinter Frankreich und Italien auf dem dritten Platz liegt. Damit verschiebt sich die relative Verteilung der Verfahren innerhalb Europas, ohne dass daraus allein eine Aussage ĂŒber die Belastung einzelner Kommunen oder die Zahl bereits anerkannter Schutzberechtigter folgt.

Politischer Kontext

Die Zahlen treffen auf eine europĂ€ische Migrationspolitik, die zugleich auf schnellere Verfahren, RĂŒckfĂŒhrungen und eine stĂ€rkere Kontrolle der Außengrenzen setzt. Beim Treffen der EU-Innenminister Anfang Oktober wurden unter anderem RĂŒckkehrzentren in Drittstaaten und ein Krisenmechanismus fĂŒr außergewöhnliche Migrationslagen beraten. Der RĂŒckgang der AntrĂ€ge bildet damit den statistischen Hintergrund fĂŒr eine politische Debatte, in der mehrere Regierungen weitere VerschĂ€rfungen verlangen.

Herkunft und Bedeutung

Afghanistan bleibt sowohl in Deutschland als auch im EU+-Raum das wichtigste Herkunftsland. In Deutschland folgen Syrien und die TĂŒrkei, europaweit Venezuela und Bangladesch. Die vergleichsweise geringe Zahl ukrainischer AsylantrĂ€ge steht zudem neben anderen Schutzformen, die fĂŒr Menschen aus der Ukraine in Europa weiterhin eine wichtige Rolle spielen. FĂŒr die nationalen Behörden bedeutet die Entwicklung zunĂ€chst weniger neue Verfahren; entscheidend bleiben jedoch Bearbeitungsdauer, Anerkennungsquoten, RĂŒckfĂŒhrungen und die Verteilung der ZustĂ€ndigkeiten zwischen den Mitgliedstaaten.

Disclaimer...

de | politik | 70222552 |