Leyen, Misstrauensantrag

Von der Leyen verteidigt vor Misstrauensantrag Corona-Politik der EU

07.07.2025 - 18:21:34

EU-KommissionsprÀsidentin Ursula von der Leyen hat vor dem Misstrauensvotum gegen sie im EuropÀischen Parlament ihre Corona-Politik verteidigt.

Europa habe die Corona-Pandemie "erfolgreich" ĂŒberwunden, sagte von der Leyen am Montag vor den Abgeordneten in Straßburg. Die KommissionsprĂ€sidentin erinnerte an die krisenhaften ZustĂ€nde zu Beginn der Pandemie und sprach von einem "Europa der SolidaritĂ€t" wĂ€hrend der Coronakrise. Dabei verwies sie auf Investitionen zur UnterstĂŒtzung von Unternehmen und in medizinische Innovationen.

"Das ist die wahre Geschichte der Pandemie", sagte von der Leyen. DarĂŒber hinaus setzte sie zu einem Gegenangriff auf die Antragsteller von der extremen Rechte an. Deren Ziel sei die "Polarisierung der Gesellschaften". In dem Misstrauensantrag vermutete sie einen "Versuch, einen Keil zwischen die europĂ€ischen Institutionen zu treiben". Den Antrag hat der rumĂ€nische Abgeordnete Gheorghe Piperea vom nationalkonservativen EKR gestellt. Es sei "ein notwendiger Schritt, um zu den Grundlagen der Demokratie zurĂŒckzukehren", sagte Piperea zur BegrĂŒndung. Dadurch solle der "Trend zur Zentralisierung der Macht" gestoppt werden. Damit meine er die "schrittweise Übernahme von ZustĂ€ndigkeiten, die den Mitgliedstaaten und dem EuropĂ€ischen Parlament zustehen". Anlass sind unter anderem um die berĂŒchtigten SMS zwischen von der Leyen und dem Chef des Impfstoff-Herstellers Pfizer wĂ€hrend der Corona-Pandemie, die nie offengelegt wurden. In der Debatte verteidigte sich die KommissionsprĂ€sidentin damit, dass alle Mitgliedsstaaten die Inhalte der VertrĂ€ge gekannt hĂ€tten. Ein EU-Gericht hatte im Mai entschieden, dass die Argumentation der Kommission, warum sie diese Textnachrichten trotz Nachfrage zurĂŒckhĂ€lt, nicht ausreiche. Dennoch ist auch seitdem nichts veröffentlicht worden. Unklar ist auch, ob die besagten SMS ĂŒberhaupt noch existieren. Ein weiterer Punkt der Kritik ist das 150-Milliarden-Kreditpaket, das die Kommission fĂŒr mehr gemeinsame europĂ€ische RĂŒstung auf den Weg gebracht hat. Die Antragsteller werfen der CDU-Politikerin eine Umgehung des Parlaments vor. Piperea sagte, es gehe "darum, klar zu sagen, dass kein Politiker, nicht einmal der PrĂ€sident der EuropĂ€ischen Kommission, ĂŒber dem Gesetz oder unseren gemeinsamen Werten steht". Von der Leyen kann der Abstimmung ĂŒber den Misstrauensantrag am Donnerstag aber wohl gelassen entgegen sehen. Chancen auf die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit hat der Antrag nĂ€mlich kaum, da die meisten Fraktionen im Europaparlament keinen Vorstoß der extremen Rechten unterstĂŒtzen wollen. So nutzten die Sozialdemokraten und GrĂŒnen ihre Redezeit vor allem fĂŒr Kritik an den Rechtsaußen und warnten die Kommission vor einer Zusammenarbeit mit der EKR. SchĂ€rfer Ă€ußerte sich dagegen Martin Schirdewan von den EuropĂ€ischen Linken. "Die wieder mal durch einen Korruptionsskandal auffĂ€llig gewordene Rechte zeigt mit dem Finger auf die Kommission und schreit: Haltet den korrupten Dieb. Das ist der Zustand europĂ€ischer Institutionen im Jahr 2025. Und Sie, Frau von der Leyen, haben dieses unwĂŒrdige Schauspiel mit Ihrer maximalen Intransparenz erst möglich gemacht", sagte der Linken-Politiker.

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