EU-paradox: Europaparlament thematisiert massiven Zielkonflikt bei der Versorgungssicherheit mit Arzneimitteln
26.03.2026 - 11:01:52 | presseportal.de
Neben den teils massiven Vorbehalten gegen die zentrale Richtlinie verwies Joachimsen auf den eklatanten Widerspruch mit Blick auf die Versorgungssicherheit mit Arzneimitteln: Einerseits wolle die EU mit dem Critical Medicines Act (CMA) die Pharmaindustrie in Europa stÀrken, andererseits aber muteten Rat und Kommission den Arzneimittel-Herstellern mit KARL eine enorme zusÀtzliche finanzielle Belastung zu und benachteiligten offenkundig einseitig in der EU-ansÀssige Unternehmen.
BPI fordert Innehalten: Stop-the-Clock
"Was wir hier erleben, ist 'EU-paradox'. Es ist wichtig, dass das Parlament diesen massiven Zielkonflikt thematisiert", sagte Joachimsen. "Wir haben ein Sicherheitsproblem in der Versorgung, vor allem bei unentbehrlichen Arzneimitteln und Generika. Wir sind bei diesen PrĂ€paraten zu abhĂ€ngig geworden von Asien, insbesondere von China. Dieses Problem ist existentiell fĂŒr die Gesundheitssysteme in der EU. CMA soll das Problem lösen, KARL wird es verschĂ€rfen. Deshalb muss es bei KARL ein Innehalten, ein 'Stop-the-Clock', geben bis verlĂ€ssliche FolgenabschĂ€tzungen vorliegen", so der BPI-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer weiter.
Die neue EU-Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) ist am 1. Januar 2025 in Kraft getreten und muss nun bis spĂ€testens 31. Juli 2027 von den EU-Mitgliedstaaten umgesetzt werden. Besonders im Fokus der Diskussionen steht Artikel 9 der Richtlinie, der alle Mitgliedstaaten zur EinfĂŒhrung einer erweiterten Herstellerverantwortung verpflichtet. Das bedeutet: Hersteller und Inverkehrbringer von Wirkstoffen in Humanarzneimitteln und Kosmetika sollen kĂŒnftig maĂgeblich an den Kosten der zusĂ€tzlichen Abwasserreinigung (vierte Reinigungsstufe) beteiligt werden.
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