Pharmaindustrie, VerbÀnde

EU-paradox: Europaparlament thematisiert massiven Zielkonflikt bei der Versorgungssicherheit mit Arzneimitteln

26.03.2026 - 11:01:52 | presseportal.de

Berlin - "Das Europaparlament tut gut daran, die Diskussion um die EU-Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) fortzusetzen. Es gibt nach wie vor keine verlĂ€ssliche Kostenprognose, die vorgesehene erweiterte Herstellerverantwortung ist unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig, die Risiken fĂŒr die Versorgungssicherheit mit Arzneimitteln sind unkalkulierbar." Mit diesen Worten kommentierte der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI), Dr. Kai Joachimsen, die aktuelle Debatte zu KARL im Europaparlament. Anlass war eine mĂŒndliche Anfrage der EVP-Abgeordneten Oliver Schenk, Peter Liese und Tomislav Sokol zu der am 1. Januar in Kraft getretenen ĂŒberarbeiteten EU-Richtlinie ĂŒber die Behandlung von kommunalem Abwasser.

"EU-paradox": Europaparlament thematisiert massiven Zielkonflikt bei der Versorgungssicherheit mit Arzneimitteln - Foto: presseportal.de

Neben den teils massiven Vorbehalten gegen die zentrale Richtlinie verwies Joachimsen auf den eklatanten Widerspruch mit Blick auf die Versorgungssicherheit mit Arzneimitteln: Einerseits wolle die EU mit dem Critical Medicines Act (CMA) die Pharmaindustrie in Europa stÀrken, andererseits aber muteten Rat und Kommission den Arzneimittel-Herstellern mit KARL eine enorme zusÀtzliche finanzielle Belastung zu und benachteiligten offenkundig einseitig in der EU-ansÀssige Unternehmen.

BPI fordert Innehalten: Stop-the-Clock

"Was wir hier erleben, ist 'EU-paradox'. Es ist wichtig, dass das Parlament diesen massiven Zielkonflikt thematisiert", sagte Joachimsen. "Wir haben ein Sicherheitsproblem in der Versorgung, vor allem bei unentbehrlichen Arzneimitteln und Generika. Wir sind bei diesen PrĂ€paraten zu abhĂ€ngig geworden von Asien, insbesondere von China. Dieses Problem ist existentiell fĂŒr die Gesundheitssysteme in der EU. CMA soll das Problem lösen, KARL wird es verschĂ€rfen. Deshalb muss es bei KARL ein Innehalten, ein 'Stop-the-Clock', geben bis verlĂ€ssliche FolgenabschĂ€tzungen vorliegen", so der BPI-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer weiter.

Die neue EU-Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) ist am 1. Januar 2025 in Kraft getreten und muss nun bis spĂ€testens 31. Juli 2027 von den EU-Mitgliedstaaten umgesetzt werden. Besonders im Fokus der Diskussionen steht Artikel 9 der Richtlinie, der alle Mitgliedstaaten zur EinfĂŒhrung einer erweiterten Herstellerverantwortung verpflichtet. Das bedeutet: Hersteller und Inverkehrbringer von Wirkstoffen in Humanarzneimitteln und Kosmetika sollen kĂŒnftig maßgeblich an den Kosten der zusĂ€tzlichen Abwasserreinigung (vierte Reinigungsstufe) beteiligt werden.

Pressekontakt:

Hermann Hofmann, Tel. 0172 3526032, presse@bpi.de

Original-Content von: BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie ĂŒbermittelt durch news aktuell

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