EU-Rat, Weber

EU-Rat: Weber fĂŒrchtet Einfluss Orbans auf Ukraine-Politik

12.01.2024 - 00:00:00

EVP-Fraktions- und Parteichef Manfred Weber (CSU) hat angesichts der ungarischen RatsprĂ€sidentschaft ab Sommer gefordert, dass Premierminister Viktor Orban nicht fĂŒr Ukraine-Entscheidungen im EuropĂ€ischen Rat zustĂ€ndig sein soll.

"Jede Entscheidung im Zusammenhang mit der UnterstĂŒtzung der Ukraine sollte nicht von Orban koordiniert werden", sagte Weber dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Freitagausgaben). "Dies gilt auch fĂŒr alle anderen sensiblen Bereiche, wie Verteidigung oder Finanzen." Viktor Orban habe sich in den vergangenen Jahren nicht als Partner fĂŒr die anderen EU-Staaten erwiesen.

"Er agiert mehr als VerbĂŒndeter Putins denn als EU-Mitglied", kritisierte Werber. "Gleichzeitig baut Orban den Rechtsstaat in Ungarn ab und ist deshalb zurecht von den anderen EU-Staaten sanktioniert worden", so Weber weiter. "Die bevorstehende ungarische RatsprĂ€sidentschaft stellt die EU daher vor eine noch nie dagewesene Herausforderung fĂŒr unsere Einigkeit." Weber rief Orban auf, die RatsprĂ€sidentschaft zu nutzen, um sich wieder als verlĂ€sslichen Partner zu prĂ€sentieren. Die Fraktionschefin der GrĂŒnen im Europaparlament, Terry Reintke, warnte davor, dass Orban als EU-RatsprĂ€sident nach der Europawahl die Weichen fĂŒr die EU-Politik der nĂ€chsten fĂŒnf Jahre stark beeinflussen könne. "In den Wochen nach den Europawahlen finden wesentliche Verhandlungen zwischen Parlament, Rat und Kommission ĂŒber die inhaltlichen PrioritĂ€ten der nĂ€chsten Legislaturperiode statt", so Reintke. "Viktor Orban sollte daher so wenig Einfluss wie möglich bekommen - erst recht, wenn sich zeitgleich an der Spitze des Rates ein FĂŒhrungswechsel vollziehen sollte."

@ dts-nachrichtenagentur.de