Tote, SchÀden

Mindestens zehn Tote und riesige SchÀden in Los Angeles

10.01.2025 - 11:45:20

Experten vergleichen die Zerstörung durch die WaldbrÀnde rund um Los Angeles mit einer Atombombe. Es gibt mehr Tote - und die SchÀtzungen zu den SchÀden sind immens.

  • Das Flammeninferno wĂŒtet weiter ungebremst - angetrieben von starken Winden. - Foto: Ethan Swope/AP/dpa

    Ethan Swope/AP/dpa

  • Etwa 10.000 HĂ€user sollen den Feuern schon zum Opfer gefallen sein. - Foto: Mark J. Terrill/AP/dpa

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  • Die ganze Skyline von Los Angeles war von Rauch umgeben. - Foto: Etienne Laurent/AP/dpa

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Das Flammeninferno wĂŒtet weiter ungebremst - angetrieben von starken Winden. - Foto: Ethan Swope/AP/dpaEtwa 10.000 HĂ€user sollen den Feuern schon zum Opfer gefallen sein. - Foto: Mark J. Terrill/AP/dpaDie ganze Skyline von Los Angeles war von Rauch umgeben. - Foto: Etienne Laurent/AP/dpa

Mindestens 10 Tote, rund 10.000 zerstörte oder beschĂ€digte GebĂ€ude und milliardenschwere SachschĂ€den: Die BrĂ€nde in und um die US-WestkĂŒsten-Metropole Los Angeles sind laut PrĂ€sident Joe Biden die verheerendsten in der Geschichte Kaliforniens. 

Ein Ende der BrĂ€nde ist nicht abzusehen, denn drei der Feuer konnten laut der Brandschutzbehörde Cal Fire bislang nur minimal oder gar nicht eingedĂ€mmt werden. Zudem gibt es Warnungen vor neuen heftigen Winden, die die Flammen anfachen könnten. Örtliche Medien sprechen von einem «apokalyptischen» Szenario. Ein Überblick:

Die Opfer

Mindestens zehn Menschen seien bisher im Zuge der BrĂ€nde ums Leben gekommen, teilte die gerichtsmedizinische Behörde des Bezirks Los Angeles mit. Die Zahl der Toten könnte aber weiter steigen: Sheriff Robert Luna sagte bei einer Pressekonferenz, angesichts der VerwĂŒstung erwarte er keine guten Nachrichten bezĂŒglich der Opferzahlen. Es sehe in den betroffenen Gegenden nĂ€mlich so aus, als ob dort «eine Atombombe abgeworfen wurde». Spezialisten mit LeichenspĂŒrhunden seien in den Gebieten unterwegs. Laut Bezirks-Feuerwehrchef Anthony Marrone gibt es auch mehrere Verletzte, eine genaue Zahl nannte er aber nicht.

Evakuierungen 

Zehntausende Einwohner mussten wegen der BrĂ€nde ihr Zuhause verlassen. FĂŒr 180.000 galten zwingende Evakuierungs-Anordnungen, fĂŒr 200.000 weitere gab es entsprechende Warnhinweise. 

Die BrÀnde

Drei der grĂ¶ĂŸten fĂŒnf BrĂ€nde im Großraum Los Angeles sind laut Cal Fire weiter außer Kontrolle oder nur minimal eingegrenzt worden.

  • «Palisades Fire»: etwa 80 Quadratkilometer betroffen, zu sechs Prozent eingedĂ€mmt
  • «Eaton Fire»: etwa 55 Quadratkilometer betroffen, null Prozent eingedĂ€mmt
  • «Kenneth Fire»: Dieses Feuer brach erst am Donnerstag im Gebiet der West Hills und Hidden Hills zwischen Los Angeles und Ventura aus. Betroffen sind etwa 3,9 Quadratkilometer, bislang ist es zu null Prozent eingedĂ€mmt.  

Fortschritte gab es dagegen beim

  • «Hurst Fire»: etwa 3,1 Quadratkilometer betroffen, rund 37 Prozent eingedĂ€mmt

und beim

  • «Lidia Fire»: rund 1,6 Quadratkilometer betroffen, etwa 75 Prozent eingedĂ€mmt

Nach Angaben der Feuerwehr-Chefin von Los Angeles, Kristin Crowley, verbrannten allein im Viertel Pacific Palisades seit Dienstag mehr als 5.300 HĂ€user. Beim sogenannten Eaton Fire nahe Pasadena wurden bis zu 5.000 GebĂ€ude zerstört oder beschĂ€digt, darunter Ein- und MehrfamilienhĂ€user und Gewerbeobjekte. In ganz Kalifornien sind laut Cal Fire derzeit 92 WaldbrĂ€nde aktiv. Die Ursache der Feuer steht noch nicht fest. Es werde aber auch in Richtung Brandstiftung ermittelt, hieß es in Medienberichten.

Einsatz gegen die Flammenhölle

Nach Angaben der Behörden wurden bislang mehr als 7.500 Feuerwehrleute und Helfer zum Kampf gegen die Flammen mobilisiert, unterstĂŒtzt von Löschflugzeugen und -Hubschraubern. Sie riskieren oftmals ihr Leben. 

Allein rund 2.300 EinsatzkrĂ€fte seien mit dem «Palisades Fire» beschĂ€ftigt, sagte Feuerwehrsprecher Adam Van Gerpen dem Sender CNN. Viele der Frauen und MĂ€nner seien in 24- und sogar 48-Stunden-Schichten im Einsatz, teilte die zustĂ€ndige Gewerkschaft mit. Einige der EinsatzkrĂ€fte hĂ€tten selbst ihre HĂ€user bei den BrĂ€nden verloren, hieß es von der Leitung der Berufsfeuerwehr. «Wir sind unterbesetzt, wir haben zu wenig Ressourcen», beklagte Feuerwehrchefin Crowley laut US-Medien.

PrĂ€sident Biden kĂŒndigte nun die Entsendung von weiteren 400 Feuerwehrleuten, 30 Löschhubschraubern und 8 MilitĂ€rmaschinen vom Typ C-130 an. Auch das benachbarte Kanada will Feuerwehrleute und Löschflugzeuge schicken. 

Die SchÀden

Nach einer vorlÀufigen SchÀtzung des privaten US-Wetterdienstes AccuWeather, das auch die Auswirkungen von Unwettern bemisst, könnten der Gesamtschaden und die wirtschaftlichen Verluste bei 135 bis 150 Milliarden Dollar (131 bis 146 Milliarden Euro) liegen. 

Es handele sich um eine der kostspieligsten Waldbrandkatastrophen in der modernen Geschichte der USA, sagte Chefmeteorologe Jonathan Porter. «Orkanartige Winde ließen Flammen durch Viertel mit HĂ€usern im Wert von mehreren Millionen Euro wĂŒten. Die hinterlassenen VerwĂŒstungen sind herzzerreißend, und der wirtschaftliche Schaden ist enorm.» 

Die SchĂ€tzung beinhalte unter anderem die BeschĂ€digung und Zerstörung Tausender HĂ€user sowie anderer GebĂ€ude, die SchĂ€den an Infrastruktur und die langfristigen Kosten fĂŒr den Wiederaufbau, wie es weiter hieß. Da die Feuer noch nicht unter Kontrolle seien, könne die Höhe der SchĂ€den noch steigen. 

Medienberichten zufolge spielt bei den SchÀden auch eine Rolle, dass HÀuser oftmals sehr dicht aneinander oder teilweise aus Holz gebaut seien. Auf Bildern der Ruinenfelder ist zu sehen, dass von den abgebrannten GebÀuden zuweilen nur der steinerne Kamin noch steht. 

Der Alltag im Feuergebiet

Nach Angaben der Seite Poweroutage.us sind weiterhin rund 300.000 Kunden in den betroffenen Gebieten ohne Strom. Auch sonst steht das Leben vielerorts still. Schulen bleiben auch heute geschlossen, den Behörden zufolge vor allem wegen der schlechten LuftqualitÀt. 

Dichter Rauch liegt ĂŒber Los Angeles, viele Menschen tragen Masken, um sich vor den schĂ€dlichen Partikeln zu schĂŒtzen.

PlĂŒnderungen 

Die Feuerkatastrophe rief den Behörden zufolge auch Kriminelle auf den Plan. Mindestens 20 VerdĂ€chtige seien bisher im Zusammenhang mit PlĂŒnderungen festgenommen worden, sagte Kathryn Barger vom Verwaltungsbezirk Los Angeles. Gouverneur Gavin Newsom kĂŒndigte an, die Nationalgarde einzusetzen, um die Polizei zu unterstĂŒtzen.

Viele Prominente betroffen

Auch viele Hollywood-Promis leiden unter den GroßbrĂ€nden. Tokio-Hotel-SĂ€nger Bill Kaulitz (35) zeigte in einer Instagram-Story, wie er wegen der BrĂ€nde sein Haus verlassen musste. In dem Post sind seine gepackten Luxuskoffer zu sehen, darunter ein Notfallset des Roten Kreuzes und zwei Walkie-Talkies.

Realitystar Paris Hilton musste eigenen Angaben zufolge im Fernsehen mit ansehen, wie ihr Haus den verheerenden GroßbrĂ€nden bei Los Angeles zum Opfer fiel. «Ich bin untröstlich, habe keine Worte», schreibt die 43-JĂ€hrige auf der Plattform X. «Ich sitze mit meiner Familie, schaue die Nachrichten und sehe, wie unser Haus in Malibu live im Fernsehen bis auf die Grundmauern abbrennt.» Dazu teilte sie ein per Hand aufgenommenes Video von einem Nachrichtenbeitrag, der eine niedergebrannte Gegend zeigt.

@ dpa.de