FDP wirft Innenministerium Blockade bei Magdeburg-AufklÀrung vor
16.01.2025 - 01:00:00Das Ministerium beantwortete die Frage mit Verweis auf Vertraulichkeit von internationalen Rechtshilfeverfahren und Risiken fĂŒr die Strafverfolgung nicht. "Leider verweigert die Bundesregierung dem Parlament an dieser entscheidenden Stelle die Antwort", sagte Kuhle. Mehrfach sollen staatliche Stellen in Saudi-Arabien die deutschen Behörden vor dem spĂ€teren AttentĂ€ter Taleb A. gewarnt haben. Es soll ein Auslieferungsersuchen aus dem Land vorgelegen haben. Zugleich gilt die Menschenrechtslage in dem arabischen Land als besonders heikel. Eine Auslieferung von GeflĂŒchteten wie Taleb A. ist fĂŒr Deutschland keine einfache Entscheidung. Dennoch hob Kuhle hervor: "Es muss nun herausgearbeitet werden, ob den Sicherheitsbehörden bei einem Auslieferungsersuchen aus Saudi-Arabien eine andere Reaktion möglich gewesen wĂ€re als dies pauschal aufgrund der FlĂŒchtlingseigenschaft des TĂ€ters abzulehnen." Es gehe vor allem um die Frage, wie Hinweise und Auslieferungsersuchen aus dem Ausland zu einer stĂ€rkeren ĂberprĂŒfung von Personen in Deutschland fĂŒhren könnten, ĂŒber die deutsche Behörden bereits eigene Erkenntnisse gesammelt hĂ€tten. Am Donnerstag tagt im Bundestag der Innenausschuss, der sich noch einmal mit dem Anschlag von Magdeburg und der Aufarbeitung möglicher Behördenfehler im Vorfeld der Tat befassen will. Das Bundesinnenministerium will den Abgeordneten nach Informationen der Funke-Zeitungen eine "Chronologie" vorlegen, die benennen soll, zu welchem Zeitpunkt die Behörden in Deutschland mit einem Sachverhalt im Zusammenhang mit Taleb A. befasst waren.


