Ullmann, HIV-AufklÀrung

Ullmann fĂŒr mehr HIV-AufklĂ€rung

22.07.2024 - 02:00:00

FDP-Gesundheitspolitiker Andrew Ullmann spricht sich fĂŒr mehr AufklĂ€rung im Bereich HIV/Aids aus.

"Wir waren schon weiter", sagte Ullmann den Zeitungen der Mediengruppe Bayern (Montagsausgaben). "Wir wollen das Bundesinstitut fĂŒr gesundheitliche AufklĂ€rung in eine Institution fĂŒr öffentliche Gesundheit ĂŒberfĂŒhren, um die AufklĂ€rung wieder zu stĂ€rken. FrĂŒher gab es erfolgreiche, teils sehr witzige Kampagnen insbesondere der Deutschen Aidshilfe, die heute fehlen. Zudem vermisse ich die umfassende Vermittlung von Gesundheitskompetenz auf allen Ebenen." Es sei wichtig, dass Menschen ĂŒber das Risiko Bescheid wĂŒssten, sich testen ließen und im Falle von Risikogruppen auch eine antiretrovirale PrEP-Therapie erhielten, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion.

"Aber viele verbinden schon mit einem HIV-Test ein Stigma - das darf nicht sein." Gerade in lĂ€ndlichen RĂ€umen mangelt es laut dem FDP-Politiker an angemessener Versorgung. "Wir mĂŒssen auch die VerfĂŒgbarkeit der PrEP-Therapie, insbesondere in lĂ€ndlichen Regionen Deutschlands, vorantreiben", sagte Ullmann, der Mediziner und UniversitĂ€tsprofessor fĂŒr Infektiologie in WĂŒrzburg ist. "Die Expertise konzentriert sich auf BallungsrĂ€ume. Wir hoffen, dass die Telemedizin, aber auch die Weiterentwicklung der Medikamente hin zu einer Spritze, die z.B. einmal im Jahr verabreicht wird, den Zugang verbessert." Die Frage, ob PrEP generell stĂ€rker beworben werden sollte, bejahte der FDP-Bundestagsabgeordnete: "Jeder, der viele sexuelle Partner hat oder risikoreiche sexuelle Praktiken ausĂŒbt, ist potenziell gefĂ€hrdet. Dramatisch ist, dass bei einem Drittel der Patienten in Deutschland, die neu diagnostiziert werden, die Infektion bereits das Immunsystem geschwĂ€cht hat, die Diagnose also sehr spĂ€t erfolgt. Das sollte uns zu denken geben." Diese Woche findet die Welt-Aids-Konferenz in MĂŒnchen statt.

@ dts-nachrichtenagentur.de