Stark-Watzinger, Transparenz

Stark-Watzinger hĂ€lt Transparenz in FördergeldaffĂ€re fĂŒr gegeben

10.07.2024 - 19:02:17

Forschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) sieht keinen Anlass, ihr Verhalten in der FördergeldaffÀre kritisch zu hinterfragen.

"Wir haben Transparenz ĂŒber die AblĂ€ufe im Ministerium hergestellt", sagte Stark-Watzinger dem "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe). Sie habe sich dazu "ausfĂŒhrlich im Ausschuss und in der Regierungsbefragung geĂ€ußert". VorwĂŒrfen, sie hĂ€tte sich frĂŒher zu dem Thema Ă€ußern mĂŒssen, entgegnete die Ministerin, ihr sei wichtig gewesen, "erst aufzuklĂ€ren und mich dann zu Ă€ußern". Hintergrund ist der Umgang des Ministeriums mit einem offenen Brief von Hochschullehrern zum Nahost-Konflikt.

Die Dozenten hatten im Mai die RĂ€umung eines Camps propalĂ€stinensischer Demonstranten an der Freien UniversitĂ€t Berlin kritisiert. Darin ist der einzige Satz, der die Lage im Nahen Osten thematisiert, folgender: "Angesichts der angekĂŒndigten Bombardierung Rafahs und der VerschĂ€rfung der humanitĂ€ren Krise in Gaza sollte die Dringlichkeit des Anliegens der Protestierenden auch fĂŒr jene nachvollziehbar sein, die nicht alle konkreten Forderungen teilen oder die gewĂ€hlte Aktionsform fĂŒr nicht geeignet halten." Es sei keine Voraussetzung fĂŒr grundrechtlich geschĂŒtzten Protest, dass er auf Dialog ausgerichtet ist. "Umgekehrt gehört es unseres Erachtens zu den Pflichten der UniversitĂ€tsleitung, solange wie nur möglich eine dialogische und gewaltfreie Lösung anzustreben", so die Lehrenden. Auf Juden oder Antisemitismus geht der Brief nicht ein. Dies hatte wiederum Kritik von Stark-Watzinger ausgelöst. Ihrer Ansicht nach wird in dem Brief "der Terror der Hamas ausgeblendet". SpĂ€ter waren E-Mails bekanntgeworden, aus denen hervorging, dass jemand an hoher Stelle im Ministerium um PrĂŒfung gebeten hatte, inwieweit Aussagen im Protestbrief der Berliner Hochschullehrer strafrechtlich relevant sind und ob das Ministerium als Konsequenz Fördermittel streichen könnte. Das Vorgehen löste Proteste aus. Stark-Watzinger trennte sich daraufhin von StaatssekretĂ€rin Sabine Döring und erklĂ€rte, die fĂŒr die Hochschulabteilung fachlich zustĂ€ndige StaatssekretĂ€rin habe den zugrundeliegenden PrĂŒfauftrag veranlasst. Zur Klage von Frau Döring, sich selbst zu dem Fall Ă€ußern zu dĂŒrfen, wollte Stark-Watzinger keinen Kommentar abgeben. "Zu laufenden Verfahren und auch zu Personalangelegenheiten Ă€ußere ich mich nicht." Man dĂŒrfe nicht vergessen, dass es derzeit ĂŒber viel gehe. "Antisemitismus bricht sich wieder Bahn", so die FDP-Politikerin. Juden hĂ€tten wieder Angst und trauen sich nicht mehr an die Hochschulen. "Das dĂŒrfen wir nicht zulassen."

@ dts-nachrichtenagentur.de