Experten weisen CDU-AsylplĂ€ne deutlich zurĂŒck
21.07.2023 - 10:54:28 | dts-nachrichtenagentur.de"Frei hat in der Analyse des grausamen Status quo recht, aber sein Vorschlag kann diesen nicht verĂ€ndern", sagte Gerald Knaus, Leiter der Denkfabrik "EuropĂ€ische StabilitĂ€tsinitiative", dem "Spiegel". Durch Abschaffung des individuellen Asylrechts lieĂe sich irregulĂ€re Migration in die EU nicht reduzieren.
Knaus beklagt eine "sehr deutsche Debatte": Es gehe vor allem ums Recht, so der Wissenschaftler. "Sowohl Frei als auch seine Kritiker gehen von der Annahme aus: Ăndern wir das Gesetz in der EU, Ă€ndert sich sofort etwas in der Wirklichkeit", sagte Knaus. "Dabei wird das europĂ€ische Asylrecht an den EU-AuĂengrenzen durch Staaten wie Griechenland, Ungarn, Kroatien und Polen tĂ€glich ignoriert." Auch Ruud Koopmans, Professor fĂŒr Migrationsforschung an der Berliner Humboldt-UniversitĂ€t, kritisiert Freis VorstoĂ: Mit ihrem Vorschlag, das individuelle Recht auf Asyl ganz abzuschaffen, schieĂe die Union "weit ĂŒbers Ziel hinaus", sagte der Migrationsforscher dem "Spiegel". Koopmans hĂ€lt das Ende des individuellen Rechts auf Asyl rechtlich fĂŒr "völlig unrealistisch" - und fĂŒr "politisch unklug". Die CDU wecke damit bei den WĂ€hlern Erwartungen, die nicht erfĂŒllbar seien, so Koopmans. "So schĂŒrt sie Frust, von dem am Ende die AfD profitiert." Im Umgang mit Migration brauche es dringend Lösungen - "aber sie mĂŒssen praktikabel und realistisch sein". Er begrĂŒĂe, dass die Union Kontingentlösungen erwĂ€gt. "Frei zeigt: Die Union will sich nicht ihrer humanitĂ€ren Verpflichtung entziehen, sie will keineswegs die Grenzen dichtmachen", sagte Koopmans. "Umso bedauerlicher, dass sie eine ernsthafte Debatte ĂŒber die Reform des EU-Asylsystems mit ihrer Absage an das individuelle Asylrecht bereits im Keim erstickt."
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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