Ex-Entwicklungsminister: Positives Fazit zu Afghanistan
28.11.2024 - 10:40:26Der frĂŒhere Entwicklungsminister Gerd MĂŒller hat ungeachtet des chaotischen Abzugs Deutschlands aus Afghanistan ein positives Fazit der Entwicklungsarbeit in dem Land gezogen. Trotz der «dramatischen UmstĂ€nde des Abzugs» im Zusammenhang mit der MachtĂŒbernahme der Taliban 2021 habe es keinen Toten unter den afghanischen OrtskrĂ€ften der deutschen Entwicklungszusammenarbeit gegeben, es sitze auch niemand im GefĂ€ngnis, sagte der CSU-Politiker im Afghanistan-Untersuchungsausschuss des Bundestages in Berlin. «Das bewerte ich als sehr positive Bilanz der MaĂnahmen, die im Zusammenhang mit der Evakuierung geleistet wurden.»
Es habe auch «keine ernsthaften Bedrohungen» der OrtskrĂ€fte in seinem Entscheidungsbereich gegeben, sagte MĂŒller. Dies sei als Bilanz wichtig, weil es zeige, dass man sich keine falsche GefĂ€hrdungseinschĂ€tzung vorwerfen lassen mĂŒsse. Im Krisenstab seines damaligen Ministeriums sei ein Mitarbeiter an einem Herzinfarkt gestorben.Â
Ex-Minister MĂŒller verteidigt Zusammenarbeit in damaliger Regierung
Das deutsche Entwicklungs-Engagement in Afghanistan gehe 100 Jahre zurĂŒck, bilanzierte der Ex-Minister. Millionen von Frauen seien unterrichtet worden, man habe mit deutschen Steuergeldern Schulen gebaut und 35 KrankenhĂ€user gebaut oder saniert. «Was die deutsche Entwicklungszusammenarbeit in Afghanistan geleistet hat, ist ein bleibender Wert», sagte MĂŒller. Mit den anderen betroffenen deutschen Ministerien habe es «eine hervorragende Zusammenarbeit unter groĂem Druck» gegeben.Â
Ehemaliger AuĂenminister Maas am Nachmittag im Untersuchungsausschuss
Am Nachmittag will der Ausschuss dem ehemaligen AuĂenminister Heiko Maas (SPD) vernehmen, einen der Hauptverantwortlichen fĂŒr die hektische Evakuierung der deutschen Botschaft seinerzeit. Der Ausschuss soll die UmstĂ€nde der Evakuierung im August 2021 und die Entscheidungswege mit Blick auf die Aufnahme afghanischer OrtskrĂ€fte untersuchen.


