Galeria-Insolvenz, Katherina Reiche

Galeria-Insolvenz: SPD nimmt Reiche für 12.000 Jobs in die Pflicht

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 17:40 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Die Warenhauskette hat beim Amtsgericht Düsseldorf erneut Insolvenz beantragt. Für die 83 Filialen und rund 12.000 Beschäftigten ist zunächst offen, wie der Betrieb und die Sanierung weitergehen.

SPD nimmt Reiche bei Galeria-Insolvenz in die Pflicht
Katherina Reiche (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Die Warenhauskette Galeria hat erneut Insolvenz beantragt und setzt damit die Bundesregierung unter Druck. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf fordert Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) auf, sich für eine Zukunft des Unternehmens und der rund 12.000 Beschäftigten einzusetzen.

SPD fordert Einsatz für Galeria

„Ich erwarte jetzt von Wirtschaftsministerin Katharina Reiche, dass sie dafür kämpft, eine Zukunft für Galeria und die 12.000 Beschäftigten zu schaffen“, sagte Klüssendorf dem Nachrichtenmagazin „Focus“.

Der SPD-Generalsekretär nahm die Beschäftigten zugleich gegen eine erneute Belastung in Schutz. Sie hätten „allein in den letzten sechs Jahren bereits vier Insolvenzanträge durchmachen“ müssen. Die Beschäftigten dürften „nun nicht erneut diejenigen sein, die jahrelange Managementfehler ausbaden müssen“, sagte Klüssendorf.

Vierter Insolvenzantrag binnen sechs Jahren

Galeria hat beim Amtsgericht Düsseldorf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Der Geschäftsbetrieb in den 83 Filialen soll zunächst weiterlaufen; über die Zukunft einzelner Standorte und die weiteren Sanierungsschritte ist noch nicht entschieden.

Mit dem Antrag steht Galeria innerhalb von sechs Jahren zum vierten Mal vor einem Insolvenzverfahren. Für die Beschäftigten geht es neben dem Erhalt ihrer Arbeitsplätze auch um die Frage, ob und unter welchen Voraussetzungen erneut Insolvenzgeld gezahlt werden kann.

Sanierung unter politischem Druck

Klüssendorfs Forderung richtet sich an die Bundeswirtschaftsministerin, nachdem Galeria trotz früherer Sanierungsversuche erneut in eine wirtschaftliche Krise geraten ist. Die politische Debatte konzentriert sich damit auf die Verantwortung für einen Konzern, dessen Beschäftigte wiederholt von Insolvenzverfahren betroffen sind.

Der vierte Insolvenzantrag innerhalb von sechs Jahren zeigt, wie fragil die Stabilisierung des Warenhauskonzerns geblieben ist. Galeria hatte nach dem Signa-Verfahren 2024 einen Neustart begonnen; neun der damals 92 Häuser schlossen, der Firmensitz wechselte nach Düsseldorf und neue Eigentümer übernahmen das Unternehmen.

Bereits vor dem aktuellen Antrag standen wirtschaftliche Belastungen im Raum. Ende Juni wurde ein Kreditrahmen von bis zu 160 Millionen Euro vereinbart, der an einen mehrjährigen Sanierungsplan geknüpft war. Im Sommer sollten 33 der verbliebenen 83 Warenhäuser auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft werden. Im Mittelpunkt standen dabei Mieten, Verkaufsflächen und die Ertragskraft einzelner Standorte.

Struktureller Druck im Einzelhandel

Die Krise betrifft nicht nur einzelne Filialen. Warenhäuser konkurrieren mit Onlinehandel, spezialisierten Geschäften und preisorientierten Modeketten, während hohe Miet- und Betriebskosten die klassischen Innenstadtstandorte belasten. Für Galeria entscheidet sich nun, ob sich das Filialnetz mit veränderten Sortimenten, regionaler Ausrichtung und tragfähigen Mietverträgen stabilisieren lässt.

Für die rund 12.000 Beschäftigten sind zunächst die Fortführung des Betriebs und die Frage nach dem Insolvenzgeld zentral. Der Geschäftsbetrieb in den 83 Filialen läuft vorerst weiter; welche Standorte langfristig erhalten bleiben, ist offen. Politisch erhöht der Antrag den Druck auf die Bundesregierung, obwohl die unmittelbaren Sanierungsentscheidungen beim Unternehmen, seinen Eigentümern und den Gläubigern liegen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

WDR: „Galeria stellt erneut Insolvenzantrag: Filialen soll vorerst geöffnet bleiben“ (02.10.2026)

Der Beitrag bestätigt den vierten Insolvenzantrag innerhalb von sechs Jahren und stellt die Lage der rund 12.000 Beschäftigten sowie die zunächst weiter geöffneten 83 Filialen heraus. Einen Schwerpunkt legt der WDR auf die möglichen Ursachen, die ungeklärte Insolvenzgeldfrage und den strukturellen Wandel im Warenhandel.

rbb24: „Galeria stellt erneut Insolvenzantrag“ (02.10.2026)

Der rbb24-Bericht bestätigt den Insolvenzantrag und ordnet die Folgen für Berlin und Brandenburg ein. Im Mittelpunkt stehen die dortigen Filialen, die Prüfung möglicher Schließungen sowie die Vorgeschichte mit früheren Verfahren und hohen Forderungsverzichten.

Beide Beiträge stimmen beim Insolvenzantrag, der vorläufigen Fortführung des Filialbetriebs und der Unsicherheit für Beschäftigte und Standorte überein. Unterschiede ergeben sich vor allem beim regionalen Fokus des rbb24 und der stärker wirtschaftlichen sowie arbeitsrechtlichen Einordnung des WDR; offen bleiben die konkreten Sanierungsgründe und die Zukunft einzelner Häuser.

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