Gaza-Hilfe, Reem Alabali-Radovan

Gaza-Hilfe: Alabali-Radovan fordert mehr UnterstĂŒtzung vor Winter

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 06:31 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Entwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan verlangt unabhĂ€ngig von Israels Regierungsbildung bessere ZugĂ€nge fĂŒr humanitĂ€re Organisationen im Gazastreifen. Bei ihrem Libanon-Besuch warb sie zugleich fĂŒr den Aufbau staatlicher Alternativen zur Hisbollah.

Hilfen und Libanon-UnterstĂŒtzung im Fokus

  • Alabali-Radovan fordert vor dem Winter mehr Zugangsmöglichkeiten fĂŒr Hilfsorganisationen im Gazastreifen.
  • Die geschĂ€ftsfĂŒhrende Regierung Netanjahus bleibt wĂ€hrend der Regierungsbildung im Amt.
  • Im Libanon unterstĂŒtzt Deutschland KorruptionsbekĂ€mpfung, staatliche Institutionen und die RĂŒckkehr Binnenvertriebener.
Blick von Israel in den Gazastreifen (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Alabali-Radovan verlangt mehr Hilfe fĂŒr Gaza

Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan (SPD) fordert nach der Parlamentswahl in Israel mehr humanitĂ€re Hilfe fĂŒr den Gazastreifen, unabhĂ€ngig vom Ausgang der Regierungsbildung. Die Situation sei weiterhin extrem dramatisch, der Winter komme jetzt und werde hart, sagte sie bei ihrem Besuch im Libanon dem Berlin-Playbook-Podcast des Nachrichtenmagazins Politico.

Hilfsorganisationen sollen besseren Zugang erhalten

Nach Darstellung der Ministerin muss es mehr Möglichkeiten fĂŒr Hilfsorganisationen in Gaza geben. Das könne nicht auf Koalitionsverhandlungen warten.

Die Regierung von MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu sei weiterhin geschĂ€ftsfĂŒhrend im Amt. Hilfe mĂŒsse gerade vor dem Winter vermehrt ankommen. Eine PrĂ€ferenz fĂŒr Netanjahu oder Gadi Eisenkot ließ Alabali-Radovan nicht erkennen. Über die kĂŒnftige israelische Regierung entschieden vor allem die Israelis selbst.

Deutschland bleibt mit Israel im GesprÀch

Die Bundesregierung sei eng im GesprÀch mit der israelischen Regierung und werde es auch bleiben, sagte die Ministerin. Ihre Forderung richtet sich damit auf eine unmittelbare Ausweitung humanitÀrer Möglichkeiten, ohne die noch ausstehende politische Entscheidung in Israel abzuwarten.

Libanon soll staatliche Alternativen schaffen

Alabali-Radovan bezeichnete ihren Besuch im Libanon als Zeichen der UnterstĂŒtzung fĂŒr die libanesische Regierung. Diese habe nun eine Chance, im SĂŒden eine gute Alternative fĂŒr die Menschen zu schaffen und die Hisbollah zurĂŒckzudrĂ€ngen.

Die Hisbollah habe die fehlende Staatlichkeit im SĂŒden genutzt und dort Schulen und KrankenhĂ€user aufgebaut. Um sie zurĂŒckzudrĂ€ngen, mĂŒssten Helfer die libanesische Regierung befĂ€higen, selbst staatliche Alternativen mit Schulen und KrankenhĂ€usern zu schaffen.

RĂŒckkehr von Binnenvertriebenen bleibt Aufgabe

Deutschland unterstĂŒtzt nach Angaben der Ministerin unter anderem bei der KorruptionsbekĂ€mpfung, beim Aufbau staatlicher Institutionen und bei der RĂŒckkehr von Binnenvertriebenen. Deren Zahl sei von zeitweise einer Million auf inzwischen 200.000 gesunken.

Die Forderung von Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan fĂ€llt in eine Phase, in der die politische Neuordnung Israels die humanitĂ€re Lage im Gazastreifen nicht unmittelbar verĂ€ndert. Nach der Parlamentswahl steht zunĂ€chst die Regierungsbildung an; zugleich bleibt die geschĂ€ftsfĂŒhrende Regierung von MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu im Amt.

FĂŒr die Versorgung der Bevölkerung ist der Winter ein zusĂ€tzlicher Belastungsfaktor. HumanitĂ€re Organisationen benötigen Zugang, sichere Arbeitsbedingungen und ausreichende Liefermöglichkeiten, damit UnterkĂŒnfte, medizinische Einrichtungen und die Versorgung mit grundlegenden GĂŒtern aufrechterhalten werden können. Die Ministerin verbindet diese praktischen Erfordernisse mit der Forderung, Hilfen nicht von parteipolitischen Verhandlungen abhĂ€ngig zu machen.

Libanon als zweiter Schwerpunkt

Alabali-Radovan stellte ihren Besuch im Libanon zugleich in den Zusammenhang staatlicher Stabilisierung. Die libanesische Regierung soll im SĂŒden Strukturen schaffen, die der Bevölkerung eine Alternative zu den von der Hisbollah aufgebauten Angeboten bieten. Dazu gehören nach ihren Angaben Schulen, KrankenhĂ€user, funktionierende Institutionen und Maßnahmen gegen Korruption.

Die RĂŒckkehr von Binnenvertriebenen bleibt dabei ein konkreter PrĂŒfstein. Ihre Zahl ist laut der Ministerin von zeitweise einer Million auf 200.000 gesunken. FĂŒr Deutschland bedeutet der Ansatz, humanitĂ€re Hilfe mit dem Aufbau staatlicher KapazitĂ€ten zu verbinden; fĂŒr die Region bleibt entscheidend, ob diese Strukturen dauerhaft Sicherheit und Versorgung gewĂ€hrleisten können.

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