ĂrzteprĂ€sident: Spargesetz auf «Hold» stellen
12.05.2026 - 12:08:04 | dpa.de
ĂrzteprĂ€sident Klaus Reinhardt fordert noch grundlegende Ănderungen an den SparplĂ€nen der Bundesregierung zur finanziellen Stabilisierung der gesetzlichen Krankenkassen. «Eine so ambitionierte Aufgabe kann man nicht einfach durchs Parlament durchdrĂŒcken», sagte der Chef der BundesĂ€rztekammer bei der Eröffnung des Deutschen Ărztetags in Hannover.Â
Seine Bitte und sein Vorschlag an Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sei: «Stellen Sie diese Reform, nicht, um sie zu verwĂ€ssern, aber um sie gemeinsam vielleicht nochmal durchzudeklinieren, noch einmal auf "Hold".»Â
Die Ministerin sollte alle Beteiligten der Versorgung an einen Tisch holen und klare Zielmarken formulieren. «Und lassen Sie uns dann gemeinsam Mittel und Wege finden, wie wir diese Ziele erreichen, ohne dass es zu gefĂ€hrlichen Verwerfungen in der Patientenversorgung kommt.»Â
«Ein reines Spargesetz»
Reinhardt sagte: «Der Reformbedarf ist zweifellos da. Und er ist dringend und zwingend.» Er mĂŒsse aber Kanzler Friedrich Merz (CDU) widersprechen. Der vom Kabinett auf den Weg gebrachte Entwurf sei «ein reines Spargesetz und sicher nicht eine der gröĂten Reformen der letzten Jahrzehnte.»Â
Die PlĂ€ne nĂ€hmen auch einen Akteur aus, und zwar den Staat. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) lasse nach wie vor keinerlei Bereitschaft erkennen, einen wesentlichen Einstieg in eine stĂ€rkere Steuerfinanzierung versicherungsfremder Leistungen einzuleiten - etwa bei den Krankenkosten von BĂŒrgergeldbeziehern.Â
Reinhardt: Unbezahlte Mehrarbeit schon lange RealitÀt
Der ĂrzteprĂ€sident nannte als PrĂ€missen: «Keine unangemessenen KĂŒrzungen zulasten der Patientenversorgung. Und keine weitere Verschlechterung der Arbeitsbedingungen fĂŒr die Menschen, die dieses System tragen.» Unbezahlte Mehrarbeit und immer dichtere Taktungen seien schon seit Jahren RealitĂ€t.Â
Warken will die gesetzlichen Kassen mit dem geplanten Paket 2027 um 16,3 Milliarden Euro entlasten. Das ist etwas mehr als das erwartete Defizit von 15,3 Milliarden Euro und soll erneute Anhebungen der ZusatzbeitrĂ€ge verhindern. Geplant sind Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und Pharmabranche - aber etwa auch höhere Zuzahlungen fĂŒr Medikamente und EinschrĂ€nkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern.
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