Zahl der MillionÀre steigt weltweit
05.06.2024 - 06:23:18Der Boom an vielen AktienmĂ€rkten hat im vergangenen Jahr die Vermögen der Reichen beflĂŒgelt und fĂŒr mehr Mitglieder im Club der Dollar-MillionĂ€re gesorgt. Nach einer Studie des Beratungsunternehmens Capgemini stieg die Zahl der Menschen, die ĂŒber ein anlagefĂ€higes Vermögen von mindestens einer Million Dollar verfĂŒgen, weltweit um 5,1 Prozent auf geschĂ€tzt 22,8 Millionen.
Es ist den Angaben zufolge der höchste Stand seit der ersten Auswertung im Jahr 1997. Das Vermögen der Reichen legte um 4,7 Prozent auf den Bestwert von etwa 86,8 Billionen Dollar (79,64 Billionen Euro) zu. Trotz unterdurchschnittlicher ZuwÀchse wurden auch in Deutschland Rekorde erreicht.
«Der Anstieg der Kurse an den AktienmÀrkten spiegelt sich bei der Entwicklung der Vermögenden wider», fasste Capgemini-Experte Klaus-Georg Meyer die Ergebnisse des aktuellen «World Wealth Reports» zusammen.
In Deutschland, das im vergangenen Jahr in einer Konjunkturflaute steckte, stieg das Vermögen der Reichen demnach um 2,2 Prozent auf 6,28 Billionen Dollar, der Club der Dollar-MillionĂ€re wuchs um 34.000 (2,1 Prozent) auf 1,646 Millionen Mitglieder. Auf der Habenseite standen Meyer zufolge gestiegene Sparquoten und Börsenkurse sowie der RĂŒckgang der Inflation, die allerdings immer noch auf vergleichsweise hohem Niveau ist von 5,9 Prozent im Jahresschnitt. GedĂ€mpft worden sei die Entwicklung unter anderem von gesunkenen Immobilienpreisen.
Meiste Dollar-MillionÀre in Nordamerika
Deutschland behauptet sich der Auswertung zufolge trotz der unterdurchschnittlichen Entwicklung auf Platz drei in der Rangliste der LĂ€nder mit den meisten Dollar-MillionĂ€ren: An der Spitze stehen nach wie vor die USA mit 7,431 Millionen Vermögenden, vor Japan mit 3,777 (Vorjahr: 3,551) Millionen. China kommt als Viertplatzierter auf gut 1,5 (Vorjahr: 1,498) Millionen vermögende Privatpersonen («High Net Worth Individuals» - kurz: HNWI). «China ist es bislang nicht gelungen, Deutschland in diesem Punkt zu ĂŒberholen», sagte Meyer.
Die stĂ€rksten ZuwĂ€chse wurden in Nordamerika verzeichnet. Dank robuster Konjunktur, nachlassender Inflation und des Booms an den AktienmĂ€rkten legte das Vermögen der Reichen in Nordamerika demnach um 7,2 Prozent auf 26,1 Billionen Dollar zu, die Zahl der Vermögenden stieg dort um 7,1 Prozent auf 7,431 Millionen. «Dieser Trend setzt sich Ă€hnlich in den meisten Regionen fort, wenn auch in geringerem MaĂe», hieĂ es in der Studie.
Superreiche hÀufig Selfmade-MillionÀre
Innerhalb der Gruppe der Vermögenden gibt es allerdings deutliche Unterschiede. So verfĂŒgen den SchĂ€tzungen zufolge die 1 Prozent der Superreichen mit einem investierbaren Vermögen von mindestens 30 Millionen Dollar ĂŒber 34 Prozent des erfassten Vermögens. Mehr als geschĂ€tzt 70 Prozent der Superreichen seien Selfmade-MillionĂ€re, 20 Prozent unter 40 Jahre alt. Capgemini zufolge dĂŒrfte es sich dabei vor allem um Digitalunternehmer handeln.
Capgemini berĂŒcksichtigt bei seinem seit 1997 jĂ€hrlich erstellten «World Wealth Report» Aktien, festverzinsliche Wertpapiere, alternative Investments wie privates Beteiligungskapital, Bargeld sowie Immobilien, sofern diese nicht selbst genutzt werden. Sammlungen oder GebrauchsgĂŒter werden nicht eingerechnet.
Die Auswertung deckt den Angaben zufolge 71 LÀnder ab, auf die mehr als 98 Prozent des globalen Bruttonationaleinkommens und 99 Prozent der weltweiten Börsenkapitalisierung entfallen. Zudem wurden Anfang des laufenden Jahres 3119 Dollar-MillionÀre unter anderem zu ihrer Anlagestrategie befragt.


