Bund und LĂ€nder ringen erneut um Krankenhausreform
10.07.2023 - 07:51:56Vor Bund-LÀnder-GesprÀchen zur geplanten Krankenhausreform hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sich zuversichtlich gezeigt. «Ich glaube, dass es diesmal klappt», sagte der SPD-Politiker im Deutschlandfunk. «Wir sind immer aufeinander ein bisschen zugegangen.»
Er betonte, bestimmte Punkte seien unverhandelbar. Lauterbach verwies etwa darauf, dass es LĂ€ndersache sei, wo welche Klinik sich befinde, also ob es in einer Stadt eine, zwei oder drei Kliniken gebe.
Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek hatte am Wochenende auf einen Kompromiss gedrungen, der die LĂ€nder nicht entmachtet. Der CSU-Politiker möchte, dass die LĂ€nder weiterhin die Planungshoheit ĂŒber die regionale Krankenhausversorgung behalten.
Die Streitpunkte
Bund und LĂ€nder kommen im Ringen um eine Neuaufstellung der KrankenhĂ€user in Deutschland zu erneuten Beratungen zusammen. Bei dem Treffen in Berlin sollen Lösungen fĂŒr strittige Punkte gesucht werden, um eine Einigung auf Eckpunkte zu erreichen. Lauterbach hatte zuletzt von mehreren noch bestehenden Problemen mit den LĂ€ndern gesprochen. An der Sitzung sollen auch Vertreter der Koalitionsfraktionen teilnehmen. Lauterbach strebt an, ĂŒber den Sommer einen Gesetzentwurf fĂŒr die Reform zu erarbeiten.
Die PlĂ€ne sehen im Kern vor, das VergĂŒtungssystem mit Pauschalen fĂŒr BehandlungsfĂ€lle zu Ă€ndern, um KrankenhĂ€user von finanziellem Druck zu immer mehr FĂ€llen zu lösen. Daher sollen sie einen groĂen Anteil der VergĂŒtung allein schon fĂŒr das Vorhalten von Leistungsangeboten bekommen. Die LĂ€nder fordern aber auch eine frĂŒhere Finanzspritze fĂŒr die Kliniken, was Lauterbach ablehnte.
Gerangelt wurde darum, statt grober Bezeichnungen wie «Innere Medizin» Leistungen genauer gefassten Gruppen zuzuordnen und entsprechend zu vergĂŒten. Das soll einheitliche QualitĂ€tsvorgaben sichern. Der Bund pocht zudem darauf, Daten zur BehandlungsqualitĂ€t aller Kliniken zu veröffentlichen.
Vergangene Woche waren die Gesundheitsminister von Bund und LĂ€ndern nicht entscheidend vorangekommen. In wesentlichen Streitpunkten lagen sie noch weit auseinander. Lauterbach sprach von «sechs groĂen Problemen», bei denen man sich nicht habe aufeinander zubewegen können. Er nannte etwa die Forderung des Bundes nach mehr Transparenz, was die QualitĂ€t der Kliniken angehe. Er bleibe zuversichtlich, dass man am Montag ein Ergebnis erzielen werde - aber sicher sei das nicht.
Holetschek: LĂ€nderkompetenzen beachten
Holetschek hatte am Wochenende betont: «Die LĂ€nder mĂŒssen weiter gestalten können, welche Krankenhausversorgung regional am sinnvollsten ist.» Wichtig sei, die LĂ€nderkompetenzen zu beachten und keine Reform im Blindflug zu verabschieden. «Niemand kauft ein Auto, von dem er nicht weiĂ, ob es funktioniert. Wir sollten auch nicht neue Grundlagen fĂŒr die KrankenhĂ€user schaffen, ohne zu wissen, was dabei herauskommt», betonte er.
Der Minister mahnte zudem an, dass die Kliniken dringend finanzielle UnterstĂŒtzung brĂ€uchten, um Insolvenzen zu vermeiden. Eine Lösung könne nur gelingen, wenn Lauterbach seine Blockadehaltung aufgebe und auch die Bundestagsabgeordneten die LĂ€nderkompetenzen anerkannten.


