Gewerbe zu Wohnen: Über 700 Anträge in drei Monaten
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 06:50 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSFörderung erreicht erste Projekte
- Bundesbauministerin Verena Hubertz bewertet den Start des Programms „Gewerbe zu Wohnen“ als sehr gut.
- In den ersten drei Monaten gingen mehr als 700 Anträge mit über 120 Millionen Euro Volumen ein.
- Rund die Hälfte des beantragten Volumens ist bereits bewilligt worden.
- Ab 2027 soll die Förderkulisse auf Bestandssanierungen und Neubau konzentriert werden.
Förderprogramm für Gewerbeumbau erhält hohe Nachfrage
Das neue Förderprogramm „Gewerbe zu Wohnen“ ist laut Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) sehr gut angelaufen. In den ersten drei Monaten gingen nach ihren Angaben mehr als 700 Anträge mit einem Volumen von über 120 Millionen Euro ein.
Rund die Hälfte bereits bewilligt
„Wir haben schon über 700 Anträge in den ersten drei Monaten erhalten und liegen bei über 120 Millionen Euro Antragsvolumina, wovon rund die Hälfte schon bewilligt ist“, sagte Hubertz dem Nachrichtenportal T-Online.
Mit dem Programm wolle sie zeigen, dass zusätzlicher Wohnraum auch ohne Neubau entstehen könne. In Deutschland stünden fast 12 Millionen Quadratmeter Gewerbeimmobilien leer, sagte die Ministerin.
Leerstand soll Innenstädte beleben
Wenn dieser Leerstand bekämpft werde, könnten Innenstädte belebt und Wohnungen dort geschaffen werden, wo derzeit ungenutzte Gebäude stünden, erklärte Hubertz.
Neue Förderkulisse ab 2027 geplant
Für den Umbau der Förderkulisse ab 2027 kündigte die Ministerin zwei Säulen an: eine für Sanierungen im Bestand und eine für Neubau. Die genauen Förderrichtlinien seien noch nicht festgelegt.
Einen Schwerpunkt wolle sie auf die Eigentumsbildung für Familien legen. Das eigene Zuhause müsse nach ihren Worten wieder für breite Teile der Gesellschaft erreichbar sein.
Das Förderprogramm „Gewerbe zu Wohnen“ setzt an einem zentralen Problem des deutschen Wohnungsmarkts an: Wohnraum soll nicht ausschließlich durch neue Gebäude entstehen, sondern auch durch die Umnutzung bereits vorhandener Immobilien. Leerstehende Büro-, Handels- und sonstige Gewerbeflächen können dabei insbesondere in Innenstädten eine zusätzliche Rolle spielen.
Die von Verena Hubertz genannten mehr als 700 Anträge und ein Antragsvolumen von über 120 Millionen Euro zeigen, dass bei Eigentümern und Kommunen grundsätzlich Interesse an dieser Förderidee besteht. Dass rund die Hälfte des Volumens bereits bewilligt ist, deutet zugleich auf einen schnellen Mittelabfluss hin. Entscheidend für die tatsächliche Wirkung bleibt, wie viele Wohnungen aus den Projekten entstehen und wann sie bezugsfertig werden.
Umbau der Wohnraumförderung
Die geplante Neuordnung ab 2027 soll die Förderlandschaft auf zwei Bereiche konzentrieren: Sanierungen im Bestand und Neubau. Der angekündigte Schwerpunkt auf Familien und Eigentumsbildung verschiebt den Blick über die reine Mietwohnraumförderung hinaus. Für Kommunen und Investoren wird daher maßgeblich sein, welche Fördersätze, Voraussetzungen und Fristen die neuen Richtlinien enthalten.
Für Wohnungssuchende kann die Umwandlung leerstehender Gewerbeimmobilien kurzfristig vor allem dort relevant werden, wo Bauland knapp und die Nachfrage hoch ist. Sie ersetzt den Neubau jedoch nicht vollständig, weil nicht jede Fläche baurechtlich, wirtschaftlich oder technisch für Wohnungen geeignet ist.
